Schauspielschüler führen Satire im Ludwig Forum auf: Teufel lassen sich die Hufe beschlagen

Schauspielschüler führen Satire im Ludwig Forum auf : Teufel lassen sich die Hufe beschlagen

Die Abschlussklasse der Aachener Theaterschule führt am 24. März ein Stück von Dietrich Grabbe im Ludwig-Forum auf: „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ gehört zu den ersten Werken der deutschen satirischen Theaterstücke.

Der Proberaum ist gut geheizt, die Schüler der Regieklasse sind schnell auf Betriebstemperatur. Dabei ist das Stück auf den ersten Blick mühsam. 200 Jahre alt, die Texte geschwollen. Da geht es um Teufel, die sich den Huf beschlagen lassen müssen und Adelige, die neu heiraten wollen. Aber Satire darf ja bekanntlich alles.

„Nicht jeder Schauspieler ist ein guter Regisseur, nicht jeder Regisseur ist auch auf der Bühne gut. Dafür bekommen die Schüler hier ein Gespür“ sagt Werner Tritzschler, Dozent der diesjährigen Regieklasse. Die zwölf Schüler der Abschlussklasse 2019 proben seit zwei Wochen das Stück von Dietrich Grabbe und sind dabei genauso Schauspieler wie ihre eigenen Regisseure. „Dieser Perspektivwechsel macht Spaß“ sagen sie.

Dabei ist der Text altertümlich. Grabbes Stück gehört zum Volkstheater und wurde im 19. Jahrhundert als Spektakel auf Marktplätzen aufgeführt. „An die Texte mussten wir uns gewöhnen. Auf der Bühne ergibt er sich ja aber meistens direkt aus der Handlung. Das lernt man schnell“ sagt ein Mitglied der Abschlussklasse.

Die Studenten arbeiten bereits seit den Sommerferien mit dem Text. Weil sie aber erst vor kurzem ihr Abschlussstück „Faust“ aufgeführt haben, geht es erst jetzt in die heiße Phase der Proben für das satirische Theaterstück von Dietrich Grabbe. Keiner der Studenten kannte das Werk. Mittlerweile sind sie begeistert. „Weil es zeigt, was vor und hinter der Bühne passiert. Man sieht nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Menschen am Rand, die reinrufen und johlen“ sagen sie.

Dass keiner der Studenten das Stück kannte, merkte man bei den Proben nicht. Alle Schauspieler kennen ihre Texte. Und dass die Studenten die Regie nicht zum ersten Mal selbst machen, ist auch deutlich spürbar. Es wird professionell gearbeitet. Die Ansagen sind freundlich aber bestimmt.

Humorvoll in Szene gesetzt

Das Stück ist humorvoll, die Charaktere sind archetypisch. Der Teufel diskutiert mit dem Hufschmied und der Dichter gibt vor einer zu sein, der er nicht ist. Die Studenten setzen die Texte humorvoll in Szene, voll jugendlicher Schaffenskraft. Das Zuschauen macht Freude und ist kurzweilig.

„Im Sommer sind wir fertig mit der Ausbildung. Und dann bewerben wir uns an den Theatern“ sagt eine Studentin. Aber davor geht es nochmal richtig zur Sache.

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