Aachen: Tanzwerkstatt feiert 30. Geburtstag mit der „Kleinen Meerjungfrau”

Aachen: Tanzwerkstatt feiert 30. Geburtstag mit der „Kleinen Meerjungfrau”

Alle drei Jahre bereitet Carla Brettschneider eine große Bühnenaufführung vor. Dass ihre Tanzwerkstatt in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, ist ein Grund mehr für sie, die Ärmel hoch zu krempeln und sich in die Arbeit zu stürzen. Die Vorbereitungen zur Aufführung der „Kleinen Meerjungfrau” im Eurogress laufen auf Hochtouren.

Das Märchen von Hans Christian Andersen eigne sich in besonderem Maße, alle Tanzstile, die in ihrer Ballettschule gelehrt werden, zu vereinen, sagt sie. So hat sie eine Choreografie entwickelt, bei der Flamenco, Hip Hop und orientalische Tänze ebenso getanzt werden wie klassisches Ballett. Kleine Seesterne, Seepferdchen, Muscheln und bunte Leuchtfische werden neben der Kleinen Meerjungfrau und ihrem Prinzen die Bühne bevölkern: Ein buntes, fantasiereiches Spektakel also, bei dem die jüngsten Ballettratten ebenso zum Zuge kommen wie die erfahrenen Tänzerinnen.

„Ich habe sehr große Freude daran, zu beobachten, wie meine Schülerinnen sich entwickeln”, sagt Carla Brettschneider. Sie selbst hat eine klassische Tanzausbildung absolviert und entschloss sich 1980, ihre eigene Ballettschule zu eröffnen. Sie begann ganz klein mit Räumlichkeiten in der Alexanderstraße. Recht bald wurde es dort zu eng und Carla Brettschneider siedelte mit ihren Schülern in die Bismarckstraße um. Dort blieb sie 20 Jahre, bevor sie 2003 Am Viadukt 3 ein neues Domizil fand. Und hier fühlt sie sich so richtig wohl. „Die Räume sind heller und attraktiver und wir haben zwei wunderschöne Terrassen”, sagt sie.

Ballett zum Beruf gemacht

Insgesamt 250 Schülerinnen trainieren hier, darunter aber nur wenige Jungen. „Da hat sich eigentlich gar nichts geändert in den letzten 30 Jahren”, sagt Brettschneider. Im Laufe der Jahre hat die Ballettlehrerin eine ganze Reihe junger Tänzerinnen begleitet: Die ein oder andere habe unter ihrer Aufsicht die Akademie-Reife erlangt und den Tanz zum Beruf gemacht, erzählt sie. Auch ihre heutige Mitarbeiterin, Kathrin Freyberger, ist sozusagen bei ihr groß geworden. Auch sie kümmert sich bei der diesjährigen Aufführung um die Choreografie für das klassische Ballett.

Überall in der Tanzschule stehen Kisten mit unzähligen Kostümen für den großen Tag bereit. An der choreografischen Vorbereitung habe sie aber die meiste Freude, sagt sie. Und diese Leidenschaft konnte sie wiederholt am Stadttheater und am Grenzland-Theater ausleben. Hier war sie mehrfach an der Produktion von Musicals und Opern beteiligt, hin und wieder auch mal mit ihren eigenen Tänzerinnen.

Großen Erfolg hatte sie in den 90er Jahren auch mit ihrer eigenen Produktion „Gib mir Stoff zum Träumen”. Sie wollte damals ein gesellschaftsrelevantes Thema aufgreifen, ohne zu ahnen, dass sie mit ihre getanzten Geschichte von einem Mädchen, das Opfer der Drogen wird, einen so großen Erfolg haben würde: Sie führte das Stück mit ihrer Truppe auf Einladung in verschiedenen Städten in ganz Deutschland auf.

In diesem Jahr steht „Die kleine Meerjungfrau” im Mittelpunkt. Dreimal soll das Ballett im Eurogress aufgeführt werden. Am Samstag, 12. Juni, um 18 Uhr und am Sonntag, 13. Juni, um 11 und um 16 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tanzwerkstatt, Am Viadukt 3. Telefonische Bestellung unter 0241/ 506834.

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