Aachen: Talstraße rund ums Depot wird Feiermeile

Aachen : Talstraße rund ums Depot wird Feiermeile

Der „Talstraßenchor“, wie die Musiker vom Lagerfeuer Trio gerne sagen, erklingt an diesem Sonntagnachmittag weithin. Aus allen Richtungen strömen die Menschen zum Bürgerfest an der Talstraße. Das ehemalige Straßenbahndepot hat sich mittlerweile zu dem Treffpunkt für Aachen-Nord etabliert, der von den Planern einst angedacht worden ist.

Und das Fest im Depot und an der Talstraße unterstrich das funktionierende Miteinander im Stadtteil. Die überaus beliebte Coverband Lagerfeuer Trio sowie unzählige Ausstellungen und offene Ateliers im Rahmen der 20. Aachener Kunstroute zogen darüber hinaus aber auch viele interessierte Bürger aus anderen Stadtteilen an. „Und natürlich ist die Neugier groß, was aus dem Depot nun geworden ist“, meinte eine Besucherin lächelnd. Überall an den Informationsständen entlang der Talstraße bildeten sich große Menschentrauben.

„Der heutige Tag ist auch eine super Gelegenheit für uns, mit den Menschen aus dem Viertel ins Gespräch zu kommen und unser Angebot vorzustellen. Viele kennen uns ja noch gar nicht und wissen nicht, wie breit gefächert unser Programm ist“, erklärt Dietmar Fiebus, Vorsitzender vom Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt Nord.

Die Resonanz der Besucher auf das Fest sei sehr positiv. „Viele loben die hohe Qualität des Bühnenprogramms und der Aussteller. Das bringt uns allen viel Zulauf“; freute sich Fiebus. Der im Depot ansässige Deutsch-Ungarische Freundeskreis informierte nicht nur über das schöne Ungarn, sondern bot auch passende Spezialitäten zur Verkostung an.

Kultur wird im Depot groß geschrieben. Nicht nur in Sachen bildender Kunst, insbesondere auch im musikalischen Bereich hatte das Fest einiges zu bieten. Günter Krause, Gitarrist von Rufus Zuphall, veranstaltete am Nachmittag einen Talk rund um die Aachener Rockkultur seit den 70er Jahren. Vieles hat der Musikfachmann gesammelt: Band-Fotos, Autogramm-Postkarten und die Exponate der schon einmal gezeigten Ausstellung über das legendäre Popfestival in der Soers.

Krause plant eine eigene Ausstellung im Ludwig-Forum, wo es nächstes Jahr um „50 Jahre 68er Bewegung“ geht, zusammen mit einer Retrospektive über Gabriel Feuerstein. Außerdem schreibt Krause gerade zusammen mit dem Musiker Heribert Leuchter an einer Musikgeschichte Aachens, die unter der Federführung von Lutz Felbig für die Stadthistorische Sammlung Crous erscheinen soll.

Viele Ideen, viele Wünsche

Offiziell eröffnet hatten Kulturdezernentin Susanne Schwier und Planungsdezernent Werner Wingenfeld das Talstraßenfest am Vormittag. Viele Gäste beteiligten sich an der Ideenbox, einem „Beteiligungsbaustein“ der Stadt Aachen zur geplanten baulichen Umgestaltung der Talstraße.

Hier war an einem Stand die Meinung der Besucher gefragt. „Mehr Mülleimer“, „Umgestaltung zur Spielstraße“, „WLAN“, „Raum für ältere Jugendliche“ und vor allem „mehr Verkehrssicherheit“ waren die Stichpunkte, die von den Bürgern als Anregung notiert wurden. Für Kinder und Jugendliche gab es derweil eine Jugendrallye und auf der Hüpfburg ging es hoch her.

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