Tag der offenen Tür beim Zirkus Roncalli am Blücherplatz in Aachen

Zirkus öffnet seine Türen : Wie ein Artist durch die Manege schweben

„Früh übt sich, wer ein Meister werden will“, heißt es schon im Volksmund, und für Zirkusartisten gilt das offensichtlich in besonderem Maße. Beim Tag der offenen Tür des Circus Roncalli können schon die jüngsten Besucher ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein Akrobat zu sein.

Das erste, was es dabei zu lernen gilt, ist die Verbeugung vor dem Publikum. Und so schickt Gastgeber Patrick Philadelphia ein Besucherkind nach dem anderen an den Rand der Manege, um sich zu verbeugen. Dann nehmen die Akrobatinnen die Jungen und Mädchen mit in die Lüfte, lassen sie dort kreisen und setzen sie schließlich wohlbehalten wieder ab.

An den akrobatischen Einlagen haben nicht nur die Kinder Spaß, sondern auch deren Eltern. „Und wer ganz früh mit dem Training beginnt, der hat die besten Chancen, ein guter Artist zu werden“, betont Philadelphia, und hat auch gleich das beste Beispiel parat: Die jüngste Zirkusakrobatin hat sich unter die Besucherkinder gemischt und zeigt unter anderem ganz spielerisch, wie gut ein Radschlag aussehen kann.

Ihre drei Schwestern führen als die Bello Sisters ihre „Kontorsionsakrobatik“ vor. Sie verbiegen und verflechten sich sich beim Bau von Türmen und finden dabei zu immer neuen Formen und Figuren. „Die drei Schwestern stammen aus einer italienischen Artistenfamilie und haben eine Zirkusschule besucht“, erläutert Patrick Philadelphia. Dort hätten sie gelernt, was sie heute können. Die drei absolvieren mit einer Reihe von Kindern aus dem Publikum ein kleines Aufwärmtraining, lassen sie danach Purzelbäume und Räder schlagen, und wer das noch nicht kann, der bekommt Hilfestellung.

Die mutigsten unter den kleinen Besuchern lassen sich von Vivi und Natalia im Luftring in Richtung Zirkuskuppel ziehen. „Da oben ist es viel wärmer als hier unten“, erklärt Patrick Philadelphia. Die kleinen Besucher gehen einer nach dem anderen in die Luft: Die Artistinnen greifen sie an den Händen, an den Beinen, oder auch an Hand und Bein und ziehen sie dann mit sich in die Höhe. Die Eltern schauen staunend zu. Doch auch sie werden später in die Manege gebeten. Eine junge Mutter lässt sich nicht lange bitten, und Vivi und Natalia ziehen sie routiniert in Richtung Zirkuskuppel und lassen sie dort Pirouetten drehen: Das sieht schon richtig gut aus, meint auch das Publikum und spart nicht an Applaus.

Vier sportliche Väter zeigen danach nicht ganz freiwillig, dass man durchaus auch ohne Stühle, dafür aber ineinander verschränkt, Haltung bewahren kann. Der Tag der offenen Tür im Circus Roncalli bietet den Gästen wahrlich Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen. Nicht nur die Akrobatinnen in der Manege geben Einblick in ihre Kunst. Auch der Kostümwagen der Clowns und die „kleinste Schneiderei auf vier Rädern“ können an diesem Tag besucht werden.

Außerdem schminken zwei prächtig ausstaffierte Clowns auf Wunsch jedes Kind. Der Circus Roncalli gastiert bereits seit einiger Zeit in Aachen. Er kommt ohne Tiere aus und setzt allein auf Akrobatik, Clowns und auf ganz neue Kunstformen, die für den Zirkus eher ungewöhnlich sind. Roncalli-Gründer Bernhard Paul spricht von einem „poetischen Schauspiel für Jung und Alt“. Beim Tag der offenen Tür bekommen die Besucher jeweils einen Einblick in das Artistenleben hinter den Kulissen. Und auch in der Manege ist jede Frage erlaubt, zur Tontechnik oder zum Licht beispielsweise. Und dieses Angebot kam jetzt am Blücherplatz wieder sehr gut an.

Laut Markus Strobl, Circus Roncalli, läuft das Gastspiel in Aachen insgesamt sehr gut. Demnach kann sich der Circus schon jetzt über mehrere ausverkaufte Vorstellungen freuen. Der Tag der offenen Tür sei bei den Besuchern immer sehr beliebt, sagt er weiter und ergänzt: „Wann sonst haben die Kinder Gelegenheit, Stars der Manege zu sein?“

Der Circus Roncalli gastiert noch bis zum 5. Mai auf dem Blücherplatz in Aachen. Weitere Infos unter www.roncalli.de

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