Aachen: Tag der Integration ist friedlich, bunt und interkulturell

Aachen : Tag der Integration ist friedlich, bunt und interkulturell

„Der Tag der Integration ist im zwölften Jahr zu einem Bürgertag der Stadt Aachen geworden“, betonte die Vorsitzende des Aachener Integrationsrats Paola Blume bei der Eröffnung am Sonntagvormittag. Mehr als sechs Stunden Programm von mehr als 200 Organisationen aus Aachen und Umgebung auf den Bühnen im Europasaal, im Brüsselsaal und im Foyer sowie in den Konferenzträumen folgten.

Die internationale Atmosphäre drinnen und draußen sprach für sich, von Stunde zu Stunde strömten mehr Besucher zu den einzelnen Programmpunkten. Dass aus dem Tag der Integration mittlerweile ein ganzes Wochenende geworden ist, ist Beleg für den Erfolg der Veranstaltung, die unter dem Motto „Demokratie stärken“ ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und Religionen in der Stadt setzte.

Debdatta De (2. v. r.) engagiert sich seit Jahren für Migranten. Foto: Andreas Schmitter

Den Auftakt machte am Samstag unter dem Titel „ImPuls der Gesellschaft“ die erste Integrationskonferenz von Stadt und Städteregion, bei der mehr als 200 Fachleute und Interessierte aus ganz Deutschland über die heutige Gesellschaft, über Zuwanderung, interkulturelle Öffnung sowie Integration diskutierten.

Doch es wurde nicht nur geredet, es gab auch Preise zu verteilen — etwa den städtischen Förderpreis „Integration durch Sport“ durch Oberbürgermeister Marcel Philipp. Der 1. Platz ging an den „Verein zur Förderung von integrativen Jugendcamps“. Die Ehrenamtlichen rund um Uschi Brammertz organisieren das Segelflugcamp in Merzbrück seit 2006 mit bis zu 100 Teilnehmern und das Segelcamp am Rursee in diesem Jahr zum achten Mal mit diesmal 70 Teilnehmern.

„Hier begegnen sich Jugendliche mit und ohne Behinderung, mit Migrationshintergrund sowie Geflüchtete, und für ein paar Tage fühlen sich alle gleich“, erklärt Brammertz. Auf Platz 2 landete der DJK Aufwärts mit dem Projekt „Schach verbindet“. Der Verein organisiert Turniere, bei denen die Spieler Speisen aus ihrer Heimat mitbringen, Mehrgenerationen-Turniere mit dem Ziel, Patenschaften zwischen Jung und Alt zu gründen, sowie Turniere in Citykirche, Moschee und Synagoge. Auf Platz 3 folgte der Brander Turnverein mit seinen Basketballangeboten für Mädchen mit Migrationshintergrund am Driescher Hof und an der Mataréstraße.

Der Sonntag begann mit einer multireligiösen Friedensfeier vom „Dialog der Religionen“. „Indem wir zeigen, wie Integration hier vor Ort gelingt, können wir den aktuell hochkochenden Emotionen etwas entgegnen“, betonte OB Philipp.

Debdatta De in der Kategorie „Einzelperson“ ausgezeichnet

Der Tag bot weit mehr als Folklore und internationale Küche. Erster Höhepunkt war der Integrationspreis der Stadt Aachen. In der Kategorie „Einzelperson“ wurde der Inder Debdatta De für sein lebenslanges Engagement ausgezeichnet. Seit 58 Jahren lebt er in Deutschland und bezeichnet sich als „Öcher Jong“. Er ist im Café International Monschau eine wichtige Anlaufstelle für Migranten. Die Initiative „Café International“ existiert seit 1991 und ist aus dem Monschauer Arbeitskreis für Asylbewerber hervorgegangen. 1994 wurde der bis heute existierende Treffpunkt für Asylbewerber und Deutsche im Pfarrheim Imgenbroich eröffnet.

Der Integrationspreis in der Kategorie „Gruppe“ ging an das Projekt „Eilendorf kocht“, das an der Versöhnungskirche ansässig ist. „Bis zu 100 Leute sind dabei, schnibbeln, kochen und kommen dabei ins Gespräch. Wir singen, spielen und spülen natürlich auch gemeinsam“, sagt der evangelische Pfarrer Hans Christian Johnsen über das ökumenisch getragene Angebot, das abwechselnd in der evangelischen beziehungsweise katholischen Gemeinde und in der OT Eilendorf stattfindet.

Nach dieser Preisverleihung gab es erstmals beim Tag der Integration einen „Einzug der Nationen“ mit Fahnen und landestypischen Trachten, was ein wunderschönes Bild bot. Beim Lied „We are the world“ fielen alle Gäste im Saal mit ein. Spannend bis zuletzt war einmal mehr die Saalwette, bei der diesmal Sprachtalente gesucht wurden. Gerd Mertens als Mitorganisator des Tages hatte die Volkshochschule Aachen und die low-tec Aachen herausgefordert und gewettet, dass diese es nicht schaffen, 100 Aachener auf die Bühne zu holen, die vier oder mehr Sprachen sprechen — zum großen Finale um 17 Uhr waren es 160.

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