Aachen: „Table Ronde“: Hagedorn inspiriert eine Reihe von Künstlern

Aachen: „Table Ronde“: Hagedorn inspiriert eine Reihe von Künstlern

Die Installation des Künstlers Holger Hagedorn hat so einiges in der Aachener Kulturszene in Bewegung gebracht. Hagedorns „Table Ronde“ inspiriert gleich eine ganze Reihe von Künstlern, die sich alle auf ihre ganz eigene Weise mit Karl dem Großen auseinander setzen.

Ein drei Meter großer Runder Tisch, zwölf Hocker drumherum und zwölf sechs Meter hohe Stehlen als Raumbegrenzung: So präsentiert sich Hagedorns Installation, die in der Aula Carolina aufgebaut werden wird. Sie soll als Bühnenbild für eine Reihe von künstlerischen, pädagogischen und politischen Dialogen dienen. Geplant sei ein Konzert der Stimmen, Instrumente und Gedanken, sagen die Veranstalter.

„Die schöne Installation von Hagedorn gibt uns die Möglichkeit, zu Tisch zu kommen“, meint Rick Takvorian, Leiter des Veranstaltungsmanagements der Stadt. Und so werden am Mittwoch, 9. Juli, um 18 Uhr Akteure aus Kunst, Kultur, Politik und Kirche am Runden Tisch Platz nehmen, um über die Kunst des Dialoges und die Macht des Wortes zu sprechen. Unter den Gästen sind Oberbürgermeister Marcel Philipp, Kulturdezernentin Susanne Schwier, Holger Hagedorn, der Generalsekretär des niederländischen Arbeitgeberverbands Wim Weijnen, der deutsch-niederländische Philosoph Werner Janssen und viele mehr. „Die Begegnungsstätte bietet die Chance, den Dialog an sich in Frage zu stellen“, weist Janssen auf das besondere Augenmerk des Abends hin.

Nukleo, also Kern, heißt eine Installation, die Jugendliche in einem Workshop am Montag, 7. und Dienstag, 8. Juli, jeweils ab 10 Uhr erarbeiten. Gemeinsam mit den Künstlern Ernesto Marquez und Holger Hagedorn können Jugendliche die Philosophie der Verbundenheit praktisch erleben und umsetzen. Sie montieren eine große Kugel mit eingeflochtener Kinderkleidung zwischen den Säulen der Aula Carolina. Darunter sollen spiegelnde Metallfragmente ein gebrochenes Zerrbild erzeugen. Kontaktmöglichkeiten gibt es per E-Mail an e.marquez@freenet.de, Telefon 02461/935992 oder an hh@holger.hagedorn.de, Telefon 02238/ 55578.

Am Mittwoch, 16. Juli, treffen sich um 19 Uhr junge Menschen zum Dialog. Sie unterhalten sich über ein von ihnen gestaltetes Kunstwerk und sollen sich darüber verbinden. Der musikalische Dialog steht am Mittwoch, 23. Juli, auf dem Programm. Die Musikerin Ricarda Schumann hat ein Musikstück komponiert, bei dem insgesamt zwölf Sänger auf der Bühne des Runden Tisches stehen. „Die Suche nach dem Gral hat mich sofort fasziniert, als ich begannen habe, mich mit den Rittern der Tafelrunde zu beschäftigen“, sagt sie. Was suchst du ? Was willst du? Was brauchst du? Das sind Fragen, die ihre Komposition im ersten Teil prägen. Wie sie ihre Sänger in der Installation positionieren wird, weiß sie noch nicht. Die ersten Proben werden es zeigen.

Jugendliche ab zwölf Jahren sind am Samstag, 26. und Sonntag 27. Juli, jeweils von 12 bis 16 Uhr zu einem Workshop eingeladen. Die Teilnehmer erarbeiten einen szenischen Dialog, in dem sie der historischen Figur Karls des Großen Fragen stellen. Die erarbeiteten Dialoge werden am Mittwoch, 30. Juli, um 20 Uhr aufgeführt. Geleitet wird der Workshop von Werner Janssen und Pia vom Dorp. Anmeldungen per E-Mail an Pia.vomDorp@mail-aachen.de oder telefonisch unter Telefon 0241/4324935.

Eine tänzerisch-musikalisch-poetische Begegnung im Dunkeln gibt es am Mittwoch, 6. August, um 22 Uhr. Mit dabei sind unter anderem der Musiker Heribert Leuchter und das Do Theatre. Dialog „Der Weg der Roten Couch — Eine soziale Skulptur von Horst Wackerbarth — der Blick zurück“

Rund um die Rote Couch des bekannten Fotografen Horst Wackerbarth dreht sich der Dialog „Der Weg der Roten Couch — Eine soziale Skulptur von Horst Wackerbarth — der Blick zurück“. Auch in Aachen hat er im Juni Station gemacht. Dabei hat er junge Menschen in Aachen und Umgebung bei einer Reihe von Aktionen befragt, gefilmt und in Szene gesetzt.

Diese Ergebnisse werden zum Abschluss des Projektes präsentiert und im Rahmen einer Diskussionsrunde mit dem Künstlerteam und dem Künstler am Runden Tisch erörtert.

Damit findet der Veranstaltungsreigen sein Ende. Die Organisatoren hoffen, so nebulöse Begriffe wie „Karl“ und „Macht“ dann ein bisschen klarer gemacht zu haben. „Es ist ein außergewöhnliches Projekt“, meint Rick Takvorian und ergänzt: „Und das ist durchaus typisch für den Kulturbetrieb.“

Der Eintritt zu den einzelnen Veranstaltungen in der Aula Carolina, Pontstraße 9, ist frei.