Aachen: „Sutroweg” erinnert an einen erfolgreichen Sohn Aachens

Aachen: „Sutroweg” erinnert an einen erfolgreichen Sohn Aachens

Er war Entdecker und Erfinder, erfolgreicher Großindustrieller und Oberbürgermeister, doch eins war Adolph Sutro auch: ein Sohn der Stadt Aachen, geboren im Jahr 1830 in der Kaiserstadt.

Dennoch können die wenigsten Öcher etwas mit dem Namen Sutro anfangen, vermutlich auch, weil er die großen Leistungen nicht hier sondern jenseits des großen Teiches in den Vereinigten Staaten von Amerika vollbrachte.

Begonnen hat aber alles einst am Bergdriesch 37, wo Sutro aufgewachsen ist. Seit Montagabend nun erinnert der „Sutroweg” an den erfolgreichen Sohn der Stadt. Die kleine Verbindungsstraße zwischen Bergdriesch und Hirschgraben wurde an Sutros 113. Todestag (8. August 1898) von Bürgermeisterin Margrethe Schmeer offiziell umbenannt.

Zu verdanken ist dies laut Schmeer der Bürgerinitiative Adolph Sutro, die bereits vor zwölf Jahren den entsprechenden Antrag gestellt habe. „Was lange währt, wird endlich gut”, erklärte die Bürgermeisterin lächelnd.

Glück in den USA gesucht

Das trifft auch auf Sutro selbst zu. Eigentlich wollte er nach dem frühen Tod seines Vaters als 16-Jähriger die elterliche Textilfabrik retten, schaffte dies aber nicht. Und so fasste die jüdische Großfamilie - Sutro hatte zehn Geschwister - schließlich den Entschluss, ihr Glück in den USA zu suchen.

Und dort fand Sutro es auch, mit Fleiß, Beharrlichkeit und einer großen Portion Weitsicht wurde Sutro, wie der Wirtschaftshistoriker Dr. Hermann-Victor Johnen erklärte, zum „zweitreichsten Mann in Amerika”. Eine seiner größten Leistungen sei die Realisierung des „Sutro-Tunnels” gewesen, einer Art Stollen, der zu seiner Zeit eine absolute Neuheit im Bergbau gewesen sei.

Doch Sutro ging es nicht nur um die finanziellen Anreize in den fernen USA, „er wollte den Amerikanern auch europäische Kultur beibringen”, sagte Hermann-Victor Johnen. In San Francisco zeugen heute noch Sutros Errungenschaften, wie umsichtig der Aachener gewesen ist. Seinen Namen finde man dort an vielen Ecken, bemerkte Hermann-Victor Johnen. Es gibt den Sutro-Wald, den Sutro-Tower, Sutro baute Bäder und eröffnete eine Bibliothek, die heute noch in Betrieb ist. Außerdem war Sutro zwei Jahre lang Oberbürgermeister in San Francisco.

„Er war ein wundervoller Mann, der viel für die Öffentlichkeit getan hat”, sagte auch Christina Sutro, eine Großnichte, die extra mit ihrer Familie aus den Vereinigten Staaten nach Aachen gekommen war, um bei der Eröffnung des Sutro-Wegs dabei zu sein.

„Aus dem Nichts heraus viel geschaffen”

Dass Adolph Sutro in Aachen nahezu unbekannt ist, das möchte mit Dr. Hermann-Victor Johnen auch Professor Ottmar Braun, Luxemburgischer Honorarkonsul, ändern.

Genau wie Mies van-der-Rohe habe der Aachener Adolph Sutro aus dem Nichts heraus viel geschaffen, er könne ein gutes Vorbild für die Jugend sein, bemerkte Ottmar Braun bei der Eröffnung des Sutro-Wegs.

Dies bestätigten auch Rabbiner Mordechai Max Bohrer und Professor Alexandra Rolova vom Verein für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen, die sich freuten, dass mit Sutro ein jüdischer Mitbürger geehrt wurde.

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