Aachen: Susanne Schwier als neue Dezernentin offiziell vereidigt

Aachen: Susanne Schwier als neue Dezernentin offiziell vereidigt

Es war nur ein kurzer, formaler Akt im Rathaus, aber er machte Susanne Schwier am Freitag ganz offiziell zur neuen Dezernentin für Bildung, Kultur, Jugend, Schule und Sport. Im Büro des Oberbürgermeisters leistete die 54-Jährige ihren Amtseid und nahm die Ernennungsurkunde entgegen.

Damit ist Schwier nun Chefin des mit rund 1900 Beschäftigten größten Dezernats der Stadtverwaltung. Ihren ersten Arbeitstag in Aachen hat Schwier am Montag, 17. Februar. Nächsten Donnerstag zieht sie um und ist ab dann Aachenerin.

„Herzlich willkommen!“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp und zeigte sich sehr erfreut, dass der Verwaltungsvorstand nun endlich wieder komplett sei. Zwar habe die Übergangszeit seit dem Weggang von Wolfgang Rombey gut geklappt, aber man sei sehr froh, dass die neue Dezernentin nun installiert sei.

Von Hamburg aus hat Susanne Schwier auch bereits vor ihrem offiziellen Amtsantritt wichtige Weichenstellungen im Fachbereich Kinder, Jugend und Schule begleitet. Ganz neu soll dort ein Familienbüro angesiedelt werden. Auch für den Oberbürgermeister steht dieses Thema weit oben auf der Prioritätenliste. „Wie haben ja kein Defizit an Angeboten“, betont Philipp. Wichtig sei aber, den Zugang und den Bekanntheitsgrad zu verbessern. „Das Familienbüro soll vor allem Anlaufstelle für die Familien werden.“ Mitte des Jahres, hofft der OB, könne das neue städtische Angebot den Betrieb aufnehmen. Die Ausschreibung für die Leitung läuft bereits.

Großes Thema Inklusion

„Mein Herz schlägt für Kinder und Jugendliche und für die familienfreundliche Stadt“, erklärte Susanne Schwier. Beim großen Thema Inklusion sieht sie großen Handlungsbedarf. Aus ihrer Zeit als Leiterin der Schulaufsicht in Hamburg bringt sie hier auch schon einiges an Erfahrung mit. „In Hamburg haben wir die letzten vier Jahre sehr intensiv am Thema Inklusion gearbeitet“, sagt sie.

Den Rechtsanspruch auf inklusive Bildung, den NRW jetzt eingeführt habe, gebe es in der Hansestadt schon länger. „Da ist einiges robust umgesetzt worden, klappt aber nicht so optimal.“ Auf der Basis dieser Erfahrungen lasse sich in Aachen vielleicht an der einen oder anderen Stelle effizienter planen, ist Schwier zuversichtlich.

Den Ausbau der Betreuungsangebote für unter die Dreijährigen sieht die neue Dezernentin weiterhin als Herausforderung in Aachen, die Offene Ganztagsschule (OGS) will sie voranbringen.

Die fachlichen Schwerpunkte der 54-Jährigen lagen bisher in den Bereichen Schule und Bildung. Die Aachener Kulturszene will sie nun flott kennenlernen: „Ich habe Lust, mich da sehr intensiv einzuarbeiten.“ Dass sie ihren neuen Job in Aachen ausgerechnet zu Beginn des Karlsjahrs antritt, macht Susanne Schwier nicht bange. „Das ist doch sehr kommod, dass ich gerade jetzt komme.“ Verwaltungschef Philipp verweist unterdessen mit Stolz auf die mehr als 1000 Führungen durch die Karlsausstellungen, die bereits gebucht sind. Die aktuellen Debatten um die freie Kulturszene, den Erhalt der Clubszene in Aachen und um die Zukunft des Musikbunkers hat die neue Dezernentin bereits aus Hamburg intensiv verfolgt.

Ein Fan der „guten Aachener Printen“ ist Susanne Schwier schon jetzt: „Die habe ich in Hamburg reichlich als Abschiedsgeschenke verteilt. Und ich habe viel Lob dafür bekommen.“

An die Fahrradstadt Aachen allerdings muss sich die begeisterte Radfahrerin noch gewöhnen. Als sie auf Wohnungssuche in der Stadt unterwegs war, habe sie festgestellt, wie „hügelig“ Aachen doch ist. „Da braucht man schon mehr als drei Gänge am Fahrrad.“