Aachen: Suche im Steinbruch weitgehend ohne Ergebnisse

Aachen : Suche im Steinbruch weitgehend ohne Ergebnisse

Diesmal lagen alle erforderlichen Papiere vor. Schon vor einer Woche sollte es mit den Ausschachtungsarbeiten in dem Hahner Steinbruch, in dem angeblich elf Nachtspeicheröfen von Mitarbeitern des Stadtbetriebs illegal vergraben worden sind, losgehen. Doch weil die damit beauftragte Firma ein Zertifikat nicht vorweisen konnte, wurde die Buddel-Aktion auf Geheiß der Bezirksregierung aufgeschoben.

Am Donnerstag konnte das Auskoffern im hinteren Bereich der ehemaligen Friedhofskippe um 8.15 Uhr beginnen. Stunde um Stunde arbeitete sich der Baggerführer unter Anweisung von Gutachter Tommy Köppen durch den Boden, ausgehend von einem angrenzenden Felsen. Er arbeitete im Schwarzbereich, in dem eventuell Gesundheitsschäden auftreten können und musste deshalb eine Atemschutzmaske tragen und eine entsprechende arbeitsmedizinische Tauglichkeit nachweisen. Für alle Fälle hatte man auch einen Wasserschlauch bereitgelegt.

Aufmerksam verfolgt wurde die Aktion von städtischen Beauftragten und der Kriminalpolizei, doch die Ausbeute blieb mager: Etwa ein Dutzend Schamottsteine, wie sie in Nachtspeicheröfen verwendet werden und einige Stücke Metall. Dirk Emmerich, Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, vor Ort: „Wir haben so gut wie nichts gefunden. Wir brauchen erst mal eine Tat, da fehlt noch der Beweis.“

Bis zum Mittag wurden auf diese Weise rund 50 Quadratmeter des Steinbruchs durchwühlt, wo nach Aussagen von zwei Mitarbeitern eines Bauhofs vor Jahren die Nachtspeicheröfen auf Weisung eines Vorgesetzten mit einem Bagger verscharrt worden sein sollen. Der Vorgesetzte bestreitet diese Darstellung jedoch. Gefunden wurde jedenfalls nichts weiter, um 15 Uhr wurden die Arbeiten eingestellt. Stadtsprecher Hans Poth: „Die haben das abgeschlossen, weil sie den Eindruck haben, dass sie da nichts mehr finden.“ Ob die Arbeiten nun insgesamt beendet werden, muss die federführende Staatsanwaltschaft entscheiden. Bei dieser hatte die Stadt Strafanzeige wegen Umweltdelikten und anderer Straftaten wie Untreue, Diebstahl und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz erstattet.

Subunternehmen

In der vergangenen Woche konnten die Grabungsarbeiten nicht beginnen, weil die von der Stadt beauftragte Firma Kutsch die geforderten Zertifikate nicht vorlegen konnte. Der Stadt gegenüber hatte die Firma bei Auftragsvergabe versichert, die entsprechenden Zertifikate zu besitzen. Damit die Grabungsarbeiten doch noch kurzfristig beginnen können, hatte die Firma Kutsch Ausschau nach einem Subunternehmen gehalten, das die entsprechenden Zulassungen besitzt.

(hau)
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