Aachen: Studieren mit Kind: Tipps und Hilfestellung für studierende Eltern

Aachen : Studieren mit Kind: Tipps und Hilfestellung für studierende Eltern

Immer mehr Studierende entscheiden sich vor Abschluss ihres Studiums für eine eigene kleine Familie. Doch der Alltag läuft nicht immer rund: Das nächste Referat steht an, die Klausuren nahen und die Kinderbetreuung will organisiert sein. Was zu tun ist, wenn zum Beispiel ein Kinder über Nacht krank wird, aber am nächsten Morgen eine wichtige Prüfung ansteht, darüber informiert jetzt eine neue Internetseite der Stadt Aachen in Zusammenarbeit mit den Hochschulen.

Darauf bietet das Aachener Bündnis für Familie umfassende Informationen für Studierende und Hochschulangehörige, die Studieren, Forschen und Lehren und ihre Familie unter einen Hut bringen möchten. „Raum für Familie“ heißt die Werbekampagne, mit der man das neue Angebot bekannt machen möchte.

Für die Werbematerialien, Lesezeichen und Plakate hat sich die Familie Goldmann fotografieren lassen. Als Alina Goldmann im ersten Semester ihres Medizinstudiums an der RWTH Aachen schwanger wurde, stellte sich die Frage, wie sich Kind und Karriere unter einen Hut bringen lassen. „Ein Kita-Platz war für mich wie ein Sechser im Lotto, Urlaubssemester zur Kindererziehung waren ebenfalls problemlos möglich. Heute bin ich erfolgreich in meinem praktischen Jahr als Medizinerin“, erzählt Goldmann.

Der Umzug von der Studentenwohnung in der Innenstadt in eine Familienwohnung des Studentenwerks nahe der studentischen Kita Pusteblume war für die junge Familie die entscheidende Weichenstellung. „Im Studentenwohnheim für Familien haben wir eine WhatsApp-Gruppe, verabreden zum Beispiel, wer wann die Kinder abholt“, erzählt Goldmann. Ihr ältester Sohn Lian ist heute sieben Jahre alt, Louis ist fünf und Felix drei.

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem vergangenen Jahr haben rund sechs Prozent der Studierenden ein oder mehrere Kinder. In Aachen sind das rund 3400 Familien. „Wir müssen am Ball bleiben als familienfreundliche Wissenschaftsstadt“, sagte Susanne Schwier, Beigeordnete der Stadt Aachen für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport, bei der offiziellen Präsentation des neuen Informationsangebotes im Studierendenwerk.

Dessen Geschäftsführer Dirk Reitz erinnerte an zahlreiche Angebote für junge Familien. Vor zwei Jahren führte das Studierendenwerk in der Mensa ein Gratis-Essen mit der Kinderkarte ein. Sogar eigenes Geschirr gibt es für die jungen Gäste.

Zahlreiche weitere familienfreundliche Aktivitäten und Angebote der Hochschulen wurden in den vergangenen Jahren etabliert. Judith Kürten, Gleichstellungsbeauftragte der FH Aachen, betonte dass man eigens eine Ferienbetreuung anbietet, da Schul- und Semesterferien nicht synchron sind. Vergleichbar mit den städtischen Ferienspielen gibt es eine Betreuung von 8 bis 17 Uhr. „Wir haben bei uns ein Kinderbetreuungszimmer, das von den Studierenden in Eigenregie organisiert wird“, erklärte Prof. Marion Gerards, Gleichstellungsbeauftragte der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen. Die Gleichstellungsbeauftragte der RWTH, Dr. Ulrike Brands-Proharam Gonzalez, begrüßt die Bemühungen um mehr Familienfreundlichkeit.

Fünf Kindertagesstätten

Fünf Kindertagesstätten und rund 70 Familienwohnungen bietet das Studierendenwerk in Aachen an. Und auch an der Uniklinik werden gleichberechtigte Karrierewege von Männern und Frauen gefördert, wie der Kaufmännische Direktor Peter Asché betont. Auf der neuen Internetseite gibt es Wissenswertes rund um das Studium mit Kind unter den Rubriken Finanzielles, Rechtliches, Vergünstigungen, Kinderbetreuung und Wohnen. Und hier erfährt man auch, wer Unterstützung bietet, wenn über Nacht ein Kind krank wird. So kann man trotzdem guten Gewissens in die Prüfung gehen.

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