Aachen: Studie belegt: Aachen ist attraktiv für Kongresse

Aachen : Studie belegt: Aachen ist attraktiv für Kongresse

Die Stadt Aachen ist und bleibt offenbar ein attraktiver Tagungs- und Kongressstandort, vor allem für beruflich motivierte Veranstaltungen. Was Kristina Wulf, Geschäftsführerin des Eurogress, und Matthias Glotz, Vorstandsvorsitzender des „aachen tourist service“ (ats) ohnehin schon länger vermuteten, haben sie sich nun durch eine in Auftrag gegebene Studie bestätigen lassen.

Das Europäische Institut für Tagungs-Wirtschaft (EITW) hat daher den Tagungs- und Veranstaltungsmarkt in Aachen für das Jahr 2016/2017 genauer unter die Lupe genommen und im Juni das Ergebnis präsentiert. Dieses haben Eurogress und ats wiederum ausgewertet und Rückschlüsse daraus gezogen.

„Aachen hat eine gute Performance im Mice-Geschäft“, sagte Wulf. Mice, das steht für „Meetings Incentives Conventions Exhibitions“ und ist eine Abkürzung, mit der jener Teil des geschäftlichen Tourismus bezeichnet wird, der die Organisation und Durchführung von Tagungen (Meetings), von sogenannten Anreiz- und Belohnungsreisen (Incentives), Kongressen (Conventions) und Ausstellungen (Exhibitions) umfasst. Und in diesem Bereich ist Aachen wohl sehr gefragt. EITW untersucht den Veranstaltungsmarkt in Deutschland jährlich und bundesweit gibt es rund 4000 Teilnehmer. Ziel war nun, Aachen mit den bundesweiten Ergebnissen zu vergleichen. Und das Fazit fällt für Eurogress und ats zufriedenstellend aus.

4852 Veranstaltungen 2016

Im Jahr 2016 nahmen insgesamt 601.300 Teilnehmer an 4852 Veranstaltungen in Aachen teil. Es gibt 25 Veranstaltungsstätten ab 20 Sitzplätzen im größten Saal, davon drei größere Veranstaltungszentren, sieben Tagungshotels und 15 Eventlocations. Und diese 25 Stätten wurden im Rahmen der Studie befragt. Zum letzten Mal wurde das im Jahr 2010 gemacht. „Die Zahlen sind im Vergleich eine Steigerung“, so Wulf weiter.

Denn die Studie belege, dass beruflich motivierte Veranstaltungen, also Kongresse und Tagungen, Seminare und Schulungen, in Aachen dominieren. Mit 2965 Veranstaltungen im Jahr 2016 beträgt der Anteil 61,1 Prozent. Bundesweit nimmt diese Art der Veranstaltung 64,1 Prozent ein. „Da sind wir am Markt mit dabei“, sagte Wulf. Und vergleicht man diese Zahl mit den Auswertungen aus 2010, dann „bedeutet das eine Steigerung um rund 25 Prozent“, so Wulf. Zudem dürfe man nicht außer Acht lassen, dass „die Teilnehmer dieser Veranstaltungen auch Geld in der Stadt lassen“, so Wulf weiter. Die Besucher nutzten Taxis, kauften Printen und besuchten Restaurants sowie Kneipen und Bars. Wulf spricht in diesem Zusammenhang von einer Umwegrentabilität von etwa 75 Millionen Euro, die in der Stadt bleiben.

Internationales Publikum

Weiterhin erfreulich sei, dass im Jahr 2017 etwa 17 Prozent aller Teilnehmer von außerhalb Deutschlands kamen. Das ist im Vergleich zum deutschen Durchschnitt von 8,8 Prozent nahezu doppelt so hoch. „Die Studie bestätigt uns, dass Aachen ein Magnet für ein internationales Publikum ist“, sagte Manfred Sicking, Beigeordneter für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen der Stadt Aachen. „Das hängt auch wesentlich mit den Forschungszentren in der Stadt zusammen“, so Sicking weiter. Der hohe Anteil internationaler Gäste sei zudem wichtig, da sie „Botschafter für die Stadt“ seien, die ihre meist guten Erfahrungen in die Welt tragen würden.

So gut die Erfahrungen auch seien, die die Besucher hier machten, gebe es natürlich auch Verbesserungsvorschläge. „In Aachen kann keine Veranstaltung mit mehr als 2000 Besuchern stattfinden“, sagte Wulf. Das Eurogress ist die größte Veranstaltungsstätte und mehr als 2000 Menschen gingen dort eben nicht hinein. „Wir können dadurch am Markt in Deutschland nicht so teilnehmen, wie wir uns das wünschen.“ Daher investiere man nun erneut Zeit in mögliche Pläne zur Erweiterung des Eurogress.

Weitere 1000 Plätze würde Wulf sich wünschen. Da die Zukunft des Neuen Kurhauses gleich neben dem Eurogress nun doch ungewiss ist, komme dieses ja vielleicht infrage. „Aachen ist kein Messestandort wie andere große Städte, das wissen wir“, sagte Glotz. Vor allem, weil kein Platz vorhanden sei. Aber auch für die kleineren Veranstaltungen sei wichtig, dass mit den zwei neuen Hotels an der Sandkaulstraße und Krefelder Straße weitere Schlafmöglichkeiten geschaffen worden und zudem kleinere Tagungsräume entstanden seien.

Auch das Hotel, das gegenüber vom Theater gebaut wird, schaffe erneut Platz. Denn Ziele seien ganz klar die Kapazitäten in Aachen auszubauen, den Bekanntheitsgrad der Stadt als Tagungsort erneut zu erhöhen und somit auch die ohnehin schon guten Buchungszahlen für Kongresse, Tagungen und Seminare weiter zu steigern.

„Wir arbeiten grundsätzlich in die richtige Richtung“, zog Wulf dann am Ende ein Fazit aus der Studie. Stagnation wolle man nicht. Schließlich müsse sich auch Aachen als Tagungs- und Kongressstandort immer wieder weiterentwickeln, um für die Veranstalter attraktiv zu bleiben. „Man darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen“, so Wulf.

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