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Typisierungsaktion in Aachen und in Jülich: Studenteninitiative will helfen, Leben zu retten

Typisierungsaktion in Aachen und in Jülich : Studenteninitiative will helfen, Leben zu retten

Die gemeinnützige Studenteninitiative AIAS e.V. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich jeder und jede Studierende in Deutschland als Stammzellenspender registrieren lässt. Dafür haben sie eine große Typisierungsaktionen in Aachen und Jülich organisiert.

Noch steht im Live-Zähler der Studenteninitiative AIAS Deutschland unter A wie Aachen eine Null. Nach einer dreitägigen Typisierungsaktion in Aachen und Jülich (10., 11. und 12. Dezember) hoffen die Organisatoren von AIAS Aachen, dass an gleicher Stelle vielleicht sogar eine 1000 steht. Dann gäbe es 1000 potenzielle Stammzellenspender mehr, die Patienten mit Blutkrebs möglicherweise das Leben retten könnten.

Wer ist der Verein AIAS? Die gemeinnützige Studenteninitiative hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich jeder und jede Studierende in Deutschland als Stammzellenspender registrieren lässt. Dafür klären sie regelmäßig über Blutkrebs sowie über die Therapiemöglichkeiten durch Stammzellenspenden auf und organisieren Typisierungsaktionen direkt am Campus.

So kann man sozusagen zwischen Vorlesung und Mensa zum potenziellen Lebensretter werden. Die Typisierungsaktionen stehen aber nicht nur Studierenden offen. Jeder und jede zwischen 17 und 55 Jahren kann sich typisieren lassen. In Aachen gibt es seit drei Jahren eine AIAS-Gruppe. „Es gibt immer noch Unwissenheit über die Möglichkeit der Stammzellenspende, aber es wird weniger“, weiß Laura Mey von AIAS Aachen von erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit zu berichten.

Was passiert bei einer Typisierungsaktion?

Die Freiwilligen müssen eine Minute lang ein Wattestäbchen an der Innenseite ihrer Wange reiben und anschließend einen kurzen Fragebogen ausfüllen. „Schmerzlos und kostenlos ist das“, sagt Mey. Beides zusammen wird an die Deutsche Knochenmarksspenderdatei, besser bekannt als DKMS, geschickt und dann zusammen mit den bislang schon registrierten mehr als neun Millionen Datensätzen weltweit gespeichert. Sie werden mit den genetischen Vorgaben von Leukämiepatienten, die eine Stammzellenspende benötigen, abgeglichen.

Wie viele Menschen muss man registrieren, um einen tatsächlichen Spender zu finden?

Damit eine Spende erfolgreich ist, müssen bestimmte Gewebemerkmale von Spender und Patienten übereinstimmen. „Und das ist fast wie die Suche nach einem genetischen Zwilling“, erklärt Mey. Deshalb braucht die DKMS möglichst viele Registrierte. „Und je jünger sich die Menschen typisieren lassen, desto länger können sie in der Datenbank bleiben. Deshalb sprechen wir besonders die Erstsemester regelmäßig an.“ Die DKMS gibt an, dass weltweit bislang über 80 000 Patienten über die Datenbank einen passenden Stammzellenspender gefunden haben.

Wer darf nicht spenden?

Abgesehen von einem zu hohen Alter sind Menschen mit chronischen, lebensbedrohlichen, psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen ausgeschlossen. Auch extremes Übergewicht oder ein Körpergewicht von unter 50 Kilogramm führt zum Ausschluss. „Dann ist das Risiko für den Spender zu groß“, sagt Mey. Zwar ist eine Stammzellenspende – in 80 Prozent der Fälle aus dem Blut entnommen – relativ risikolos, sie belastet den Körper aber durchaus. Sollte aber tatsächlich der genetische Zwilling gefunden werden, wird der aktuelle Gesundheitszustand des Spenders vorab genau medizinisch untersucht.

Wie kann AIAS Aachen gleich an drei Tagen Typisierungen auf die Beine stellen?

Eigentlich ist der aktive Teil der Aachener AIAS-Gruppe mit sieben Studierenden gerade ziemlich klein. „Wir arbeiten aber eng mit der Fachschaft Medizin hier in Aachen und in Jülich mit den Fachschaften des Forschungszentrums zusammen“, freut sich Mey. Trotzdem werden noch Helfer gesucht. Sie können sich online über bit.ly/AAIAS melden. Die Initiative ist außerdem bei Facebook und Instagram zu finden.