Aachen: Studenten protestieren gegen steigende Mieten

Aachen : Studenten protestieren gegen steigende Mieten

„Nein zur Mieterhöhung!“ Große rote Lettern machen an diesem Dienstagvormittag deutlich, worum es den Demonstranten geht: Die Bewohner der Aachener Studentenwohnheime kritisieren die geplante Mietpreiserhöhung des Studierendenwerks, fühlen sich förmlich „ausgebeutelt“, wie es auf einem weiteren Banner zu lesen ist.

Von einer „Märchenstunde von der Mietpreisgarantie“ ist gar die Rede angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum. Zum 1. Juli nämlich hat das Studierendenwerk die Mietpreise in allen 23 Studentenwohnheimen für Neuverträge und Verlängerungen angehoben. Mieter mit alten Verträgen zahlen ab 2017 mehr — bis zu einer ganzen Monatsmiete pro Jahr.

Mit Plakaten, Sprechchören und Trillerpfeifen wehrten sich die Vertreter aller Studentenwohnheime gegen das Ende der Mietpreisgarantie.

Schimmel und kaputte Fenster

Aber nicht nur das. Viele Wohnungen seien überdies auch noch in einem schlechten Zustand, beklagen die Studierenden. Lautstark machten die rund 200 Teilnehmer der Demonstration inmitten des Wochenmarkttreibens auf ihre Probleme aufmerksam.

Die Sprecherin vom Studentendorf, Karen Neumann, verdeutlichte das Anliegen des akademischen Nachwuchses mit einer Chronologie der immer wieder aufgeschobenen Renovierungen. Kaputte Fenster und gesundheitsgefährdender Schimmel hätten dringenden Handlungsbedarf erfordert. „Aber die Renovierung erleben die Bewohner angesichts der Hinhaltetaktik des Studierendenwerks vor Beendigung ihres Studiums nicht.“

Über die Jakobstraße und die Wüllnerstraße, vorbei am Super C und die Malteserstraße entlang zogen die Demonstranten mit viel Musik bis zur Mensa Academica, wo eine Kundgebung stattfand. „Wir fordern soziale und gerechte Mieten, Transparenz über Investitionen und Sanierungen“, stellt Elif Carman, Sprecherin der Wohnheime in den Türmen, klar. Die Demonstration als öffentliches Signal sei ein Gemeinschaftsprojekt aller Wohnheime, das von rund zwölf Studierenden organisiert worden ist. „Es ist uns wichtig, hier Gemeinschaft zu zeigen, was unsere Anliegen betrifft“, betont Carman.

„Studiwerk abschalten“ forderte eine junge Frau gar auf ihrem Plakat mit einem ironischen Verweis auf das Kernkraftwerk Tihange, das ihrer Ansicht nach ähnlich marode ist wie das Studierendenwerk. „Die Verantwortlichen können wir wirklich nur auspfeifen, sie sind Kapitalisten, die Geld einnehmen, aber dafür keine Leistung bringen wollen“, stellte ein junger Mann enttäuscht fest und schwenkte ein Banner, das den Unmut in Worte fasst: „Miete hoch, Heime schlecht, das ist wirklich ungerecht.“ Schon zuvor hatte das Gebäudemanagement des Studierendenwerks klargestellt, dass sich an der Mietpreiserhöhung nichts ändern werde. Was die Instandhaltung und dringende Reparaturen angeht, hoffen die Studierenden aber, endlich erhört zu werden.

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