Aachen: Streit um das Wasser im Windpark Münsterwald

Aachen : Streit um das Wasser im Windpark Münsterwald

Über vieles haben die Kritiker des Windparks im Münsterwald schon mit der Stadt gestritten. Nach kontroversen Debatten über Vögel, Bäume oder auch den Wind selbst geht es nun um das Wasser. Den feuchten Waldboden hätten die Planer wohl unterschätzt, meint etwa Siegfried Klinkhammer von der Bürgerinitiative „Rettet den Münsterwald“.

Nun liefen die Baugruben voll. Und die lehmige Brühe einfach wegzupumpen sei nicht in Ordnung.

Dem widerspricht zunächst die Stawag als künftige Betreiberin der fünf Windenergieanlagen, die derzeit am Rande der Himmelsleiter errichtet werden. Das sei alles in der Planung berücksichtigt worden, erklärt Unternehmenssprecherin Eva Wußing, entsprechend würden die Rotoren auch auf „auftriebssichere Standardfundamente“ gestellt. Die seien etwas schwerer, gegebenenfalls müsse der Boden gegen etwas festeres Material ausgetauscht werden. Was sich im Münsterwald abspiele, sei ein „ganz normales Baugeschehen“, zu dem auch gehöre, dass Wasser aus den Baugruben für die Fundamente abgepumpt werde. „Dafür gibt es eine Genehmigung“, betont Eva Wußing, „wir halten alle Auflagen ein.“

Dennoch fordert Michael Lorig vom Verein Natur und Landschaftsschutz Nordeifel (NLN) einen Baustopp bis Ende Juni. Wegen der aktuell bestehenden Laichzeit der Amphibien dürften „die Gewässer im Münsterwald nicht verschmutzt sein, damit die Population und der Nachwuchs gesichert ist“, schreibt Lorig in einer E-Mail an Oberbürgermeister Marcel Philipp, die er auch an die Bezirksregierung Köln und die Staatsanwaltschaft Aachen zur Kenntnis geschickt hat. Die Staatsanwaltschaft müsse nun prüfen, ob sie ein Verfahren einleitet, erklärt Lorig, der von Beruf Anwalt ist.

Aus Sicht der Stadt geht alles mit rechten Dingen zu. Es gebe eine Genehmigung, das Wasser in die Seitengräben abzuleiten, erklärt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Von diesen Gräben aus gebe es normalerweise keinen Durchlass zu Fließgewässern.

In der Inde sorgt sich Lorig unter anderem um das Bachneunauge, dem durch Lehm Gefahr drohe. Tatsächlich sei an einer Stelle trübes Wasser aus einem Graben gelaufen, räumt Beckers ein, bis zur Inde sei es aber nicht gekommen. Dieser Durchlass sei inzwischen unter anderem mit einem Strohballen verschlossen worden.

Dafür gesorgt habe die „ökologische Baubegleitung“, die die Stadt in der Genehmigung festgeschrieben habe. Dieses Instrument, bei dem dafür gesorgt sei, dass Fachleute die Baustelle ständig im Blick hätten, „hat sich bewährt“, sagt Beckers.