Aachen: Straub hofft auf den dritten Pokalstreich

Aachen: Straub hofft auf den dritten Pokalstreich

Am Dienstag hat er noch im strömenden Regen mit Alemannias U-15-Team auf dem feuchten Kunstrasenplatz an der Krefelder Straße trainiert. Am Mittwochabend will Stephan Straub sich im Stadion anschauen, wie sich das schwarzgelbe Aushängeschild im DFB-Pokal aus der Affäre zieht.

Der frühere Aachener Torwart kennt das Gefühl, nach einem Sieg gegen den FC Bayern München von den Anhängern gefeiert zu werden. Die letzten drei Heimspiele haben die Tivolikicker nämlich gegen den deutschen Rekordmeister allesamt gewonnen, und bei allen Triumphen hütete Straub bravourös das Alemannia-Tor.

Vor annähernd sieben Jahren, am 4. Februar 2004, das war auch ein Mittwoch, warfen die tapferen Alemannen den verdutzten FC Bayern mit einem 2:1-Sieg erstmals aus dem Pokalwettbewerb.

Nicht unbedingt eine Utopie

Erneut an einem Mittwoch, am 20. Dezember 2006, konterten die Schwarzgelben den Champions-League-Gewinner eiskalt aus und schafften mit dem 4:2-Erfolg eine weitere Pokalsensation. Auch in der Bundesliga verließen Kahn und Co. nach ihrem jüngsten Auftritt in Aachen den alten Tivolirasen als Verlierer. Alexander Klitzpera sicherte am 17. Februar 2007 - diesmal an einem Samstag - mit einem Rechtsschuss das 1:0.

„Es ist nicht utopisch, dass Alemannia die Bayern wieder aus dem Pokal schmeißt”, sagt der Ex-Schlussmann, der mittlerweile neben dem schwarzgelben Nachwuchs auch das Kreisliga-Team von Concordia Oidtweiler trainiert. Noch gut kann sich der seit Dienstag 40-Jährige an den 4:2-Triumph über die Bayern erinnern: „Wir haben damals auch gedacht, die haben schon mal gegen uns verloren und werden uns bestimmt nicht unterschätzen.”

Doch dann nahm die Partie ihren eigenen Lauf. „Wir haben fast nur in unserer Hälfte verteidigt, und zur Pause stand es dann auf einmal 3:0”, blickt der einstige Publikumsliebling zurück: „Wir haben während der Halbzeitpause in der Kabine gesessen und uns gefragt: Was ist denn jetzt passiert? Wir sind noch nicht durch und dürfen uns in der zweiten Hälfte nicht direkt einen Treffer fangen.” Das klappte zwar nicht - Podolski und van Bommel verkürzten in der 47. und 68. Minute. „Doch dann hat Jan Schlaudraff kurz vor Schluss mit seinem Solo alles klar gemacht.”

Und wie geht es am Mittwochabend aus? Hält Bayerns Fluch auf dem Tivoli weiter an? Straub: „Die aktuelle Mannschaft ist vielleicht sogar läuferisch noch stärker als wir damals. Die Jungs sind schnell und können gut Fußball spielen. Sie dürfen halt nicht zu viele Fehler machen. Aber bei der tollen Stimmung auch im neuen Tivoli haben sie auf jeden Fall die Möglichkeit zu gewinnen.”

An sich selber glauben und Ballast abwerfen

Und wie ein Trainer kurz vor dem Anpfiff gibt Straub den Tivolikickern mit auf den Weg: „Die Jungs müssen an sich glauben und allen Ballast abwerfen. Die Bayern sind zwar deutlich erfahrener, die Alemannen können das aber mit Elan wettmachen.”

Besonders drückt Ex-Profi Straub dem jungen Torwart David Hohs die Daumen: „David hat sich bislang sehr solide und gut präsentiert. Er hat die Riesenchance, vielleicht sogar im Elfmeterschießen der große Held zu werden. Ich wünsche ihm, dass er einen super Tag erwischt und der Fels in der Brandung ist.

Eigene Gesetze

Auf einen Tipp will sich Aachens frühere Nummer eins jedoch nicht festlegen: „Das ist mit einer möglichen Verlängerung plus Elfmeterschießen immer schwer. Ich hoffe, dass die Bayern schwächeln und nicht ins Spiel kommen. Wie heißt es doch so schön: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze - vor allem wenn Alemannia gegen die Bayern spielt.”

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