Festival an der Talstraße: Straßenbahndepot wird zur Kulturmeile

Festival an der Talstraße : Straßenbahndepot wird zur Kulturmeile

Krach, überall Krach. Während draußen ein paar Gewitterwölkchen vor sich hin grummelten, schepperte es im Depot Talstraße. Die Initiativen „Rhizom 115“ und „Krach“ verwandelten das ehemalige Straßenbahndepot in ein Kulturzentrum wie Musikfestival.

„Wir wollen einen neuen kulturellen Freiraum für Aachen schaffen“, erklärte Mitorganisator Oskar Bastian am Samstag. Und das klappte: Hunderte Menschen besuchten über den Tag verteilt das Depot.

Zahlreiche Vereine, Organisationen und Personen präsentierten sich und ihre Ideen. „Jeder zeigt neue Wege auf“, sagte Mitorganisatorin Ezgi Arat. Während sich „Pacific Garbage Screening“ für einen plastikfreien Ozean einsetzte, warben Vertreter des Gemeinschaftsgarten Hirschgrün für ein „essbares Aachen“. Arat selbst zeigte einige Fotos des Projekts „Wasser für Eritrea“, bei dem sie gemeinsam mit „Technik ohne Grenzen“ der Wasserknappheit des Landes entgegenzuwirken versucht.

Die Veranstaltung zeigte: Krach kann bunt und muss nicht immer laut sein. Denn zu Beginn rückte die Musik etwas in den Hintergrund, stattdessen sollten die Besucher die vielfältigen Ausstellungen, Workshops und Stände abgrasen. „Es gibt hier Kinderschminken und Tätowieren“, erzählte Bastian. Nur verwechseln sollte man die Stände besser nicht. An anderer Stelle konnten sich die Besucher per Siebdruck Kleidungsstücke und Taschen bedrucken oder Klamotten umnähen lassen.

Weniger Wegwerfartikel

Vor Julia Hoffmann reihte sich eine Menge Stoff: Taschen, Abschminktücher und vor allem Stoffbinden. Denn Hoffmann näht wiederverwendbare Menstruationsprodukte, erläuterte sie. „Und ich verwende nur Stoffe, die schon einmal eine Verwendung hatten.“ Denn weniger Wegwerfartikel bedeuten mehr Nachhaltigkeit. Das war auch generell das Motto vieler Stände.

Eine Veranstaltungsreihe soll aus dem Event übrigens nicht werden. Dafür sei der Aufwand zu groß, waren sich die Organisatoren einig. Schließlich stützte sich das gesamte Fest auf jede Menge ehrenamtliches Engagement sowie finanzielle Fördermittel des Landes.

Im Laufe des Tages wurde es dann „so richtig krachig“ im Depot, meinte Mitorganisator Tim Montag. Zahlreiche Bands beschallten die Besucher mit lautstarker Musik – von Hip-Hop bis Punkrock und von „Sign in Rossa“ bis „Modus“. Insgesamt fünf Konzerte gab es zu auf die Ohren, bevor viele Besucher samt „Rhizom 115“ und „Krach“ am späten Abend zum Musikbunker ins Frankenberger Viertel weiterzogen.

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