Straßen in Aachen: Von A bis Z durch die berühmte Persönlichkeiten

Aachens Straßen (Teil 3) : Von Amya bis Zeppelin: Nach wem Aachens Straßen benannt sind

So viele Straßen, so viele Namen: Zahlreiche Straßen in Aachen tragen die Namen von Persönlichkeiten. Aber wer sind diese Leute, deren Erinnerung in Aachen in einer Straße verewigt ist?

Eine kleine Spurensuche im Alphabet, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die meisten Angaben sind der Straßennamenauskunft im Geoinformationssystem (www.aachen.de/gis) der Stadt Aachen entnommen. Allerdings gibt es bisher noch längst nicht zu allen Straßen eine Auskunft über die Herkunft des Namens.

A wie Amyastraße: Die Benennung der Straße hat einen historischen Bezug zur Familie Amya. Diese besaß im 16. Jahrhundert eine der Mühlen in Pacht und richtete die erste Kupfermühle in der Herrschaft Burtscheid ein.

B wie Brüggemannstraße: Die Straße ist zu Ehren von Friedrich Adolf Brüggemann (1797-1878) benannt. Er war Direktor der Aachener und Münchener Feuer-Versicherung A.-G. und von 1870 bis 1877 Aachener Stadtverordneter. Auch war er wesentlich an der Gründung der Technischen Hochschule in Aachen beteiligt.

C wie Couvenstraße: Sie wurde nach der Aachener Architektenfamilie Couven benannt. Johann Josef Couven (1701-1763) und sein Sohn Jacob Couven (1735-1812) waren Vertreter des Aachen-Lütticher Barockstils. Sie schufen unter anderem die Barockkirchen St. Johann und St. Michael in Burtscheid sowie das steinerne Brunnenbecken auf dem Aachener Markt.

D wie Dedolphstraße: Die Straße ist zu Ehren von Dr. Theodor Dedolph (1864-1917) benannt. Inspiriert vom bekannten Leipziger Arzt Dr. Schreber legte er in Aachen den ersten Schrebergarten an.

E wie Emmastraße: Benannt ist die Straße ist nach Emma benannt, die der Sage nach von der Emmaburg im ostbelgischen Hergenrath stammt und die Tochter Karls des Großen war. Sie soll um das Jahr 950 geboren worden sein.

F wie Forckenbeckstraße: Der Straßenname wurde zu Ehren von Oskar von Forckenbeck (1822-1898), dem Gründer des Aachener Zeitungsmuseums, gewählt. Forckenbeck sammelte auf der ganzen Welt Zeitungen, die er erstmals 1889 der Öffentlichkeit präsentierte.

G wie Guaitastraße: Cornelius von Guaita (1766-1821) ist der Namensgeber dieser Straße. Cornelius von Guaita gehörte einer alten Aachener Nadelfabrikantenfamilie an und war Bürgermeister von Aachen.

H wie Hermann-Heusch-Platz: Der Platz ist zu Ehren von Hermann Heusch (1906-1981) benannt. Er war von 1952 bis 1973 Oberbürgermeister der Stadt Aachen und Mitbegründer des Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen.

Hermann Heusch. Foto: ZVA/Sepp Linckens

I wie Intzestraße: Mit dieser Straße wird das Wirken von Otto Intze (1843-1904) gewürdigt. Der Bauingenieur lehrte als Professor für Wasserbau, Baukonstruktion und Baustofflehre an der Technischen Hochschule Aachen, deren Rektor er von 1895 bis 1898 war.

Otto Intze. Foto: Archiv

J wie Jacques-Königstein-Promenade: Jacques Königstein (1897-1971) war langjähriger Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV). Auf seine Initiative wurde der Orden wider den tierischen Ernst ins Leben gerufen.

Jacques Königstein. Foto: Martin Ratajczak

K wie Klara-Fey-Straße: Clara Fey (1815-1894) war Ordensschwester und Gründerin der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus. Die Tochter eines wohlhabenden Aachener Tuchfabrikanten kümmerte sich schon früh um Waisenkinder und Kinder armer Eltern. 2018 wurde sie im Aachener Dom seliggesprochen. Die Straße, die nach ihr benannt ist, wird in Aachen mit K geschrieben.

Clara Fey. Foto: Archiv

L wie Luise-Hensel-Straße: Sie ist benannt nach Luise-Hensel (1798-1876). Die religiöse Dichterin war von 1827 bis 1832 Lehrerin an der Schule St. Leonhard. Von ihr stammt unter anderen das bekannte Kindergebet „Müde bin ich, geh’ zur Ruh’“.

Luise Hensel. Foto: Michael Lejeune

M wie Monheimsallee: Dieser Teil des Alleenrings wurde zu Ehren von Johann Peter Josef Monheim (1786-1855), dem berühmten Chemiker und Stadtverordneten in Aachen benannt. Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zählt die Analyse der Mineralwässer von Aachen, Burtscheid, Spa und Malmedy.

N wie Noppiusstraße: Die Straße ist benannt nach Johann Nopp, latinisiert Johannes Noppius. Sein Geburtsjahr ist unbekannt, er starb 1642 in Aachen. Noppius war Jurist und Chronist der Geschichte der Stadt Aachen. 1632 veröffentlichte er seine „Aacher Chronick“.

O wie Oppenhoffallee: Ihren Namen verdankt die Allee dem Juristen Franz Oppenhoff (1902-1945). Nachdem Aachen 1944 von den Amerikanern eingenommen worden war, setzte die Militärregierung Oppenhoff, der als politisch unbelastet galt, am 31. Oktober 1944 zum Oberbürgermeister ein. Am Am 25. März 1945 wurde Oppenhoff von einem Werwolf-Kommando der Nazis ermordet.

Franz Oppenhoff. Foto: Archiv

P wie Pauwelsstraße: Die Straße am Aachener Unikilinikum wurde zu Ehren von Professor Dr. med. Friedrich Pauwels (1885-1980) benannt, der im Bereich der Biomechanik des menschlichen Bewegungsapparates wegweisende Forschungen durchführte.

Q wie Christian-Quix-Straße: Die Straße trägt den Namen von Christian Quix (1773-1844), dem katholischen Theologen und Aachener Geschichtsschreiber. Im Jahr 1833 wurde Quix zum Stadtbibliothekar von Aachen ernannt.

R wie Ritter-Chorus-Straße: Die Straßenbenennung erfolgte zu Ehren des mehrfachen Aachener Bürgermeisters Ritter Gerhard Chorus (1290-1367), dem angeblichen Erbauer des Rathauses und des Krönungschores am Münster. Im Jahre 1331 wurde Gerhard Chorus für seine vielfältigen Verdienste von Kaiser Ludwig dem Bayern zum Ritter geschlagen.

S wie Schervierstraße: Der Straßenname erinnert an Franziska Schervier (1819-1876), Gründerin der klösterlichen Ordensgemeinschaft der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus. Die Tochter eines Aachener Nadelfabrikanten war eine Freundin Klara Feys.

Franziska Schervier. Foto: ZVA/Michael Jaspers

T wie Triebelsstraße: Die Straßenbenennung erfolgte zu Ehren von Heinrich Triebels (1886-1945). Er war SPD-Vorsitzender bis 1933 in Aachen und wurde Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft. Vor der Umbenennung im Zuge der kommunalen Neugliederung hieß die Triebelsstraße noch Marktstraße.

U wie Ursulinerstraße: Sie ist eine der ältesten Straßen der Stadt und die erste, die urkundlich als „Weg“ erwähnt wird („via ante capellam s. Aldegundis“, 1137). Diesen Namen erhielt sie, da sich damals dort die Aldegundiskapelle befand. An der Stelle des heutigen Elisengartens gründeten 1651 die Ursulinerinnen ihr erstes Kloster. Das war der Anlass, die Straße Ursulinerstraße zu nennen.

V wie Veltmanplatz: Mit Beschluss vom 31.11.1928 benannten die Stadtverordneten in Aachen den damaligen Ludwigsplatz in Veltmannplatz um. Die Umbenennung erfolgte zu Ehren von Philipp Veltman (1859-1916). Er war von 1896 bis zu seinem Tod Oberbürgermeister der Stadt Aachen.

W wie Weyhestraße: Sie wurde benannt nach dem Düsseldorfer Hofgärtner Max Friedrich Weyhe (1775-1846), der ab 1807 den Lousberg-Park gestaltete. Die Weyhestraße hieß um 1760 noch Lousberggasse und ab etwa 1878 Vogelgasse.

X wie … Tatsächlich gibt es (bisher) in Aachen keine Straße, die mit X beginnt. In eineigen Straßen kommt aber zumindest ein X vor, unter anderem in der Alexanderstraße. Sie verdankt ihren Namen dem „Aachener Kongress“ von 1818. Zar Alexander I. von Russland logierte damals im Gasthaus „Zum wilden Mann“ in der damaligen Kölnstraße. Zu Ehren von Zar Alexander I. und in Gedenken an den „Aachener Kongress“ wurde die Kölnstraße in Alexanderstraße umbenannt.

Y wie Yorckstraße: Benannt ist sie nach dem preußischen Generalfeldmarschall H.D.L. Grafen Yorck von Wartenburg (1759-1830), der durch die Konventionen von Tauroggen (1812) die Freiheitskämpfe eröffnete.

Z wie Zeppelinstraße: Die Straße wurde nach Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917), Konstrukteur des gleichnamigen Luftschiffs, benannt. Ein Foto im Aachener Stadtarchiv zeigt das Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin im Jahr 1929 am Himmel über der Kaiserstadt.

Ferdinand Graf von Zeppelin. Foto: dpa/-
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