Aachen: Stolpersteine erinnern an NS-Opfer

Aachen : Stolpersteine erinnern an NS-Opfer

„Stolpersteine” nennt der Kölner Künstler Gunter Demnig die kleinen Gedenktafeln aus Messing, die er als Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in den Bürgersteig einlässt.

Bis Ende 2006 hat er rund 9000 Steine in über 190 Ortschaften Deutschlands verlegt. Wenn der Betriebsausschuss Theater und Volkshochschule in seiner kommenden Sitzung am 13. Juni (und anschließend noch der Rat) zustimmt, werden demnächst auch in Aachen zwei dieser „Stolpersteine” verlegt werden.

In der Richardstraße 7 soll so an Fredy Hirsch erinnert werden. Auch vor dem Elternhaus von Elly Ortmanns in der Moltkestraße 15 will die Verwaltung einen solcher „Stolperstein” platzieren. Die behinderte Elly Ortmanns wurde 1944 im Alter von fünf Jahren in einem Krankenhaus in Kalmenhof bei Idstein im Rahmen einer „Euthanasie-Aktion” ermordet.

Fredy Hirsch, der sich in Theresienstadt als Erzieher größte Verdienste erworben hatte und in Auschwitz-Birkenau vergeblich um das Schicksal von mehreren Hundert Kindern kämpfte, nahm sich 1944 selbst das Leben, bevor er vergast werden sollte.

Vor einigen Jahren kam Gunter Demnig zu der Überzeugung, der Opfer des Nationalsozialismus auf eine besondere Art zu gedenken. Er begann, 10 x 10 cm kleine, für sich genommen noch unvollständige Messingplatten für die Gestaltung von Würfeln herzustellen.

Er füllt sie mit flüssigem Beton und setzt sie in den Bürgersteig vor diejenigen Häuser, in denen die Menschen bis zu ihrer Deportation gelebt haben. Es werden entsprechend individuell verschieden folgende Worte nach dem einleitenden „Hier wohnte” in die Oberfläche der Messingwürfel eingraviert.

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