Stolberg: Kongress zum Thema Frauen und Digitalisierung

Kongress in Stolberg : Töchter 4.0 und die Arbeitswelt von heute

Was bedeutet die Digitalisierung der Arbeitswelt ganz speziell für Frauen? Die Beantwortung dieser Frage stellt ein Kongress in den Mittelpunkt, zu dem am Freitag, 8. März, ab 11 Uhr in den Zinkhütter Hof in Stolberg eingeladen wird.

Frauen wie Ina-Marie Orawiec, Bundesverband für Frauen in Business und Management (B.F.B.M.), sind überzeugt: Die Generation der Töchter 4.0 ist bestens ausgerüstet, um in der Arbeitswelt von heute zu bestehen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass die jungen Frauen flexible Bedingungen vorfinden, um den Beruf dann tatsächlich mit der Familie in Einklang bringen zu können.

„Männer entdecken solche Themen erst, wenn ihre eigenen Töchter in den Beruf einsteigen“, meint Prof. Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin Region Aachen Zweckverband. Und deshalb hat ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen passend zum Weltfrauentag diesen Kongress organisiert, um gemeinsam mit Experten und Referenten das Thema der Digitalisierung unter verschiedenen Aspekten zu beleuchten. Denn was der Wandel speziell für die Frauen bedeutet, ist nach Meinung der Experten noch gar nicht abzusehen.

Petra Grossmann, Coach und Consulting, Digital Church, Digital-HUB Aachen, weiß jedenfalls sehr genau, dass Frauen die absolute Ausnahme sind bei der Neugründung von Unternehmen. „Von 127 Start-Ups im Digital HUB sind nur fünf von Frauen“, sagt sie. Während Frauen also bei der Digitalisierung eher unterrepräsentiert sind, „tauchen sie an anderer Stelle verstärkt auf: Zum Beispiel im Lehrbereich oder in der Pflege“, ergänzt Vaeßen. Und dass Frauen auch gerne mal einen Rückzieher aus dem MINT-Bereich machen, wenn sie sich von den Themen nicht mehr angesprochen fühlen, wissen die Verantwortlichen längst sehr gut. „Wir wollen deshalb noch einmal alle wachrütteln und an das Thema erinnern“, sagt Vaeßen. Denn mit der Digitalisierung stehe eine Veränderung der Arbeitswelt bevor, die gerade auch aus Sicht der Frauen betrachtet werden müsse.

Die Generation der Töchter 4.0 scheint jedenfalls bestens vorbereitet, um in den Arbeitsmarkt zu starten. „Dennoch tun sich gerade junge Frauen schwer“, meint Birgitt van Megeren, Kompetenzzentrum Frau und Beruf, Region Aachen. „Viele Frauen bewerben sich nicht, weil sie sich von den entsprechenden Stellenanzeigen nicht angesprochen fühlen“, sagt Megeren. Sie glauben demnach, dem jeweiligen Gesuch zu 100 Prozent entsprechen zu müssen.

Frauen und Männer sollten das Arbeitsleben gemeinsam neu gestalten, wünschen sich die Organisatorinnen. Schon jetzt sei vieles in Bewegung. Sätze wie „Nur wer viel da ist, arbeitet auch viel“ sind nach Meinung von Silke Barthel, Personalleiterin SOPTIM AG, schon lange überholt. Und sie hält einen Austausch zwischen Jung und Alt für sehr wichtig. Denn die alten Hasen im Beruf wüssten oft gar nicht, welche Ansprüche junge Menschen heute an ihren Arbeitsplatz haben.

Alle Akteure sind also gleichermaßen davon überzeugt, dass es wichtig ist, gerade die jungen Frauen in den Blick zu nehmen. Und genau das soll dann auch beim Kongress zum Weltfrauentag geschehen. Bei „Töchter 4.0 – Weiter. Denken. Lenken!“ sollen Unternehmerinnen und Unternehmer mit Gästen über die Transformation der Arbeitswelt diskutieren, und dabei den Fokus vor allem auf das weibliche Geschlecht lenken.

Der Kongress ist kostenlos und beginnt um 11 Uhr im Zinkhütter Hof in Stolberg. Das Ende ist für 17 Uhr vorgesehen. Anmeldungen sind noch bis Freitag, 1. März, möglich, beispielsweise online unter www.regioaachen.de/toechter4.0. Auch eine Kinderbetreuung wird angeboten.

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