1. Lokales
  2. Aachen

Aachen: Stiftung soll die Zukunft sichern

Aachen : Stiftung soll die Zukunft sichern

Behinderte Menschen in allen Lebenslagen begleiten: Dieses Ziel hat sich der VKM (Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte) auf die Fahnen geschrieben. Nun feierte der VKM sein 40-jähriges Bestehen. Unter den Gästen waren auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Oberbürgermeister Jürgen Linden.

Andreas Joost, Opernsänger am Aachener Stadttheater, hatte eigens ein Lied für die Geburtstagsfeier komponiert. Schließlich gab es auch eine Neuigkeit zu verkünden: Der VKM wird eine Stiftung gründen, um die finanzielle Situation des Vereins auch langfristig zu sichern.

Des Weiteren stand die Ehrung der ehrenamtlichen Mitarbeiter auf dem Festprogramm. „Denn schließlich sind sie die Stütze der Vereinsarbeit”, meinte Maria Poquett als Vorsitzende des Vereins.

Gegründet wurde der VKM 1967. Betroffene Eltern ergriffen damals unter der Leitung von Karl-Heinz und Inge Heemann die Initiative, um eine bessere Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten. Und seitdem hat der Verein, der 250 Mitglieder und 160 Mitarbeiter zählt, eine Menge erreicht. Während er in seinen Anfängen vorwiegend Ferienangebote, Freizeiten und Familienseminare organisierte, mischt er heute bei den unterschiedlichsten Einrichtungen mit.

1996 beispielsweise übernahm er die Trägerschaft für die Integrative Kindertagesstätte Talbotstraße. Gleichzeitig wurden die ersten hauptamtlichen Mitarbeiter eingestellt.

Schon kurz nach seiner Gründung wurde der VKM Förderverein für die heutige Viktor-Frankl-Schule, und er unterstützt sie, indem er beispielsweise die Schulbusse zur Verfügung stellt. Später kümmerte er sich um die Frage, wie und wo behinderte Menschen wohnen können: In den Jahren 1998 bis 2001 wurde das Karl-Heinz-Heemann-Haus als Wohnstätte für 23 behinderte Menschen gegründet und Gut Knapp als Einrichtung für betreutes Wohnen eingerichtet.

Arbeitsplätze fehlen

Obwohl die Aktivitäten des Vereins zahlreich sind, ist noch längst nicht alles getan. „Es gilt noch einige Lücken zu schließen”, sagt Maria Poquett und meint damit vor allem fehlende Arbeitsplätze für Behinderte und die Versorgung im Alter. „Wir haben ja erst jetzt die erste Generation von Alten mit Behinderungen.” Dazu beigetragen habe die bessere ärztliche Versorgung, die auch zu dem Umstand führte, dass es heute mehr Menschen mit Behinderungen gibt als früher.

Dem Verein geht es vor allem darum, die Lebensqualität der Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Und das Miteinander von Menschen mit Behinderungen soll in Aachen eine Selbstverständlichkeit werden.

Was den Verein ansonsten noch ausmache, sei die Nähe der Mitglieder untereinander, meint Poquett: „Viele sind von Anfang dabei und fühlen sich eng verbunden.” Die Geburtstagsfeier bot Gelegenheit, allen Beteiligten Danke zu sagen und gemeinsam mit Bewohnern, Mitarbeitern und Freunden zu feiern.