Sternwarte Aachen bietet Aktionstag zur Mondlandung an

Mondlandung vor 50 Jahren : Der Mond fasziniert Günther Bendt fast sein ganzes Leben lang

Wer diese Nacht vor 50 Jahren miterlebt hat, wird sie natürlich nicht so schnell vergessen. Bei Günther Bendt ist das genauso. „Ich war 19 damals und saß natürlich vor dem Fernseher, als Neil Armstrong nachts um 2.56 Uhr den ersten Fuß auf den Mond setzte“, erzählt der heute 68-Jährige.

Mit ihm saß seine Mutter vor dem TV-Gerät, Stunden zuvor schon hatten sie es eingeschaltet, um die Bilder von der Apollo-11-Mission und der Landung zu sehen. „Günter Siefarth moderierte die Sendung damals in der ARD“, berichtet Bendt. „Gegen 1 Uhr ist meine Mutter dann sehr müde geworden, aber sie wollte unbedingt durchhalten, um bei dem großen Ereignis dabei zu sein. Und sie hat es schließlich auch geschafft.“

Der Mond, aber auch Planeten und Sterne, faszinieren den pensionierten Diplom-Pädagogen und Diplom-Ingenieur für physikalische und biomedezinische Technik auch heute noch. Er ist Mitglied des Arbeitskreises Astronomie der Aachener Sternwarte, macht dort seit 1997 Führungen und kümmert sich um die technische Ausstattung der Anlage aus dem Jahr 1935 am Hangeweiher. „Seit meinem elften Lebensjahr interessiert mich der Mond. Damals habe ich eine Delle im Mond entdeckt und sie beobachtet. Es war eine partielle Mondfinsternis, von der ich vorher überhaupt keine Ahnung hatte“, erinnert sich Günther Bendt. Doch das sollte sich bald ändern. Zunächst mit einem Fernglas, später mit Fernrohren beobachtete er den Mond und stellte fest, „dass man mit wenig Aufwand auf dem Mond schon viel erkennen kann“. Und natürlich noch mehr mit dem original Zeiss-AS-Refraktor von 1935 mit einer 20 Zentimeter großen Öffnung und drei Metern Brennweite unter der Kuppel der von der Volkshochschule (VHS) Aachen betriebenen Sternwarte. „Bei sehr guten Bedingungen kann man auf dem Mond sehr viel erkennen“, berichtet er. „Und von Viertelstunde zu Viertelstunde ändert sich die Beleuchtung und man erkennt etwa die wandernden Schatten der Gebirgszüge auf dem Mond.“

Wenn das Wetter mitspielt, können sich davon auch die Teilnehmer der Sonderveranstaltung „50 Jahre Mondlandung“ in der Sternwarte am kommenden Samstag überzeugen.

Nach der partiellen Mondfinsternis als Elfjähriger bekam Günther Bendt bis zur ersten Mondlandung 1969 die komplette Vorbereitung mit Mercury- und Apollo-Programm der Nasa mit und verfolgte sie intensiv. Als dann Armstrong die Mondlandefähre „Eagle“ auf den Mond landete, war sich der 19-jährige Bendt des Risikos der Unternehmung, das Armstrong später einmal auf 50:50 taxierte, durchaus bewusst. „Der heikelste Moment war die Landung, Armstrong musste die Landefähre eben aufsetzen, sonst wäre eine Rückkehr unmöglich geworden“, berichtet er. Ihm gelang es, „weil er das System der Apollo-Kapsel kannte und es beherrschen konnte“. Und das war auch gut so, „denn an der ursprünglich geplanten Landestelle lagen Felsbrocken herum, also griff Armstrong ein und steuerte die Landekapsel von Hand zu einer anderen Stelle“.

Hobbyastronom Günther Bendt kann unglaublich detailliert über die Mondlandung und die ganze Technik dahinter erzählen. Aber auch von dem Mondhype, den es damals gegeben hat. „Das hat jeden fasziniert. Jeder erwartete, dass die Mondlandungen fortgesetzt würden und eine Mondstation gebaut würde. Und das nächste Ziel wäre dann der Mars gewesen.“ So ist es bekanntlich (bisher) nicht gekommen. Doch die Mondexpeditionen haben Günther Bendt damals Hoffnung gegeben, „weil sie die Perspektive auf die Erde verändert haben“, sagt er. Spätestens nachdem die Crew der Apollo-8-Mission erstmals die aufgehende Erde über den Mondhorizont gesehen und fotografiert hatte, „wurde klar, dass wir hier nicht auf einem riesigen Planeten leben, sondern auf einer winzigen Kugel im Weltall.“

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