Aachen: Steppenberg: Zu schnell in der Spielstraße

Aachen : Steppenberg: Zu schnell in der Spielstraße

Eigentlich waren die Grünen besorgt um die Spaziergänger auf dem Steppenberg. Wenn diese nämlich im Bereich Steppenbergweg/Gemmenicher Weg in Richtung Dreiländereck unterwegs sind, laufen sie nach Ansicht der Grünen Gefahr, unliebsame Bekanntschaft mit landwirtschaftlichen Großfahrzeugen zu machen.

Denn diese dürfen einen schmalen Verbindungsweg zwischen Steppenbergerallee respektive Steppenbergweg und dem Gemmenicher Weg benutzen, der eigentlich für den motorisierten Verkehr gesperrt ist, weil es die einzige Zufahrtsmöglichkeit zu einem landwirtschaftlichen Lohnbetrieb im Bereich Reinartzkehl ist.

Da die Landmaschinen aber immer größer würden, komme es hier „immer wieder zu gefährlichen Begegnungen“, begründete Martin Knörzer einen entsprechenden Antrag in der Bezirksvertretung Laurensberg, die Verwaltung möge die entsprechende Verkehrssituation analysieren und Verbesserungsvorschläge machen.

Das machte sie nun in der Sitzung des Gremiums am Mittwochabend. Und dabei kam etwas Überraschendes heraus. Denn eine Verkehrsdatenerhebung in der verkehrsberuhigten Zone am Steppenbergweg habe ergeben, dass sich dort nur knapp mehr als drei Prozent der Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten.

Konkret waren das nur 41 von 1302 Fahrzeugen, die in der Zeit vom 5. bis 8. September dort erfasst worden sind. Weiter erstaunte die Bezirksvertreter, dass von den 1261 Fahrzeugen, die schneller als erlaubt fuhren, 1079 Pkw waren. „Ich bin schockiert“, sagte Martin Knörzer für die Grünen, denn offenbar führen hier auch die Anwohner selbst zu schnell und eben nicht nur die ursprünglich ins Auge gefassten Traktoren und Landmaschinen.

Teil des Problems erfasst

„Das ist ein Problem, das wir stadtweit in verkehrsberuhigten Zonen haben“, sagte der Vertreter der Verwaltung, der vorschlug, die Anwohner mittels Handwurfzettel über das richtige Verhalten in sogenannten Spielstraßen zu informieren. Unterstützt wurde er dabei von CDU-Vertreter Sebastian von Helden, selbst Fahrschulleiter, der berichtete, dass 70 Prozent aller Führerscheininhaber in verkehrsberuhigten Zonen von Tempo 30 ausgingen. „Aufklärung könnte hier schon sehr helfen“, sagte er. Aufgeklärt hatte die Verwaltung übrigens bereits den Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Betriebs. Er habe zugesagt, seine Fahrer noch einmal auf die gesetzlichen Bestimmungen hinzuweisen, berichtete der Verkehrsexperte.

Damit sei aber nur ein Teil des Problems erfasst, warf Ursula Ep­stein (Linke) ein. Denn auf dem schmalen Verbindungsweg werde es selbst bei korrekter Fahrweise noch eng, wenn sich Traktoren und Spaziergänger begegneten. Den Fußgängern, die oft mit Kinderwagen unterwegs seien, „bleibt dann meist nur der Weg ins Maisfeld“, beschrieb Knörzer die Situation.

Also beschlossen die Bezirksvertreter einstimmig, die Verwaltung möge eine entsprechende Informationskampagne bei den Anwohnern in die Wege leiten, eine weitere Geschwindigkeitskontrolle vornehmen und Möglichkeiten einer Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem Verbindungsweg erarbeiten.

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