Stawag baut Windkraftanlage im Aachener Süden aus

Windpark Münsterwald : Aus fünf Windrädern werden sieben

Der Windpark Münsterwald bekommt Zuwachs: Zwei weitere Anlagen sollen noch in diesem Jahr in einem zweiten Bauabschnitt östlich der Himmelsleiter (B 258) errichtet werden. Die Arbeiten für die Verkabelung und die Zuwegung starten bereits in den nächsten Tagen, wie die Stawag berichtet.

Ende 2018 waren die ersten fünf Windkraftanlagen in Betrieb gegangen. „Die Anlagen 6 und 7 konnte die Stawag jedoch aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen nicht nach dem bisherigen EEG-Fördermodell realisieren“, erklärt Eva Wußing, Pressesprecherin des Aachener Energieunternehmens. Vielmehr hätte der Aachener Energiedienstleister hierfür in ein gesondertes Ausschreibungsverfahren gehen müssen, bei dem er vor einiger Zeit den Zuschlag erhalten habe.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den Windpark Münsterwald jetzt auf sieben Windräder aufstocken können – so wie wir es immer geplant hatten“, wird Dr. Christian Becker, Vorstand der Stawag, in einer Pressemitteilung zitiert. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei eines der wichtigsten Anliegen des Unternehmens, um den Klimaschutz voranzubringen. Die Stawag hat 21 Windparks am Netz – die jüngsten sind die im Aachener Norden, in Monschau, in Simmerath und in Linnich. Des Weiteren konnten neben vielen kleineren Photovoltaik-Anlagen auch zwölf große Solarparks realisiert werden.

Insgesamt erzeugt der Aachener Energieversorger nach eigenen Angaben jährlich mehr als 450 Millionen Kilowattstunden in eigenen Ökostrom-Anlagen – das sei genug, um damit alle Aachener Haushalte mit „grünem Strom“ zu versorgen.

Die Planungen für den Windpark Münsterwald gehen bereits neun Jahre zurück. Bevor der Bau im November 2015 endgültig genehmigt wurde, gab es ein langwieriges Verwaltungsverfahren, das auch eine Beteiligung der Bürger umfasste.  Gerade hier im Süden Aachens hat die Stawag Lehrgeld bezahlen müssen. Bei keinem anderen Windkraftprojekt war der Widerstand von Umweltverbänden und Bürgern größer als hier. Die Gegner des Windparks, sowohl aus Aachen als auch aus der Eifel, fürchten unter anderem, dass der Wald durch die Bauarbeiten und durch die Windräder selbst nachhaltigen Schaden nimmt.

Etwa zehn Hektar Waldfläche hatte die Stawag zum Aufbau der sieben Windräder roden lassen, auch wenn zunächst erst fünf aufgestellt worden waren. Die Hälfte dieser Fläche soll wieder bepflanzt werden. Rund 10.000 Bäume seien insgesamt gefällt worden. Aufgepflanzt würden aber doppelt so viele, heißt es seitens der Stawag.

Unsere Grafik zeigt, wo genau die beiden neuen Windräder zwischen Aachen und Roetgen aufgestellt werden sollen. Foto: grafik

„Wenn wir das Klimaschutzziel von Paris erreichen und damit die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen wollen, müssen wir beim Ausbau der erneuerbaren Energien weiter Tempo machen“, betont Frank Brösse, Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH: „Gerade die Windenergie ist sehr effizient und kostengünstig, und sie benötigt wenig Fläche. Wir können darauf nicht verzichten, wenn wir die Energiewende zügig voranbringen wollen.“

Die zwei neuen Windkraftanlagen sind vom gleichen Typ wie die bestehenden Anlagen. Die Nabenhöhe liegt bei 140 Metern, der Rotordurchmesser bei 112 Metern. Zu den 40 Millionen Kilowattstunden „grünen Stroms“ der fünf ersten Anlagen kommen nun jährlich 16 Millionen Kilowattstunden hinzu. Aufgebaut werden sie übrigens auf der anderen Seite der Himmelsleiter, also östlich der B 258.

In die entsprechende Ausbaustufe investiert die Stawag rund zwölf Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2019 geplant.

Die Ampel kommt zurück

Ab der kommenden Woche starten die Arbeiten für Verkabelung, Wege und Kranstellflächen, im Sommer folgen die Fundamentarbeiten. Im Herbst sollen schließlich die Großkomponenten angeliefert und montiert werden. Für diese Arbeitsschritte hat die Stawag ein umfangreiches Verkehrskonzept mit den Behörden abgestimmt, bei dem zeitweise wieder eine Ampel für die Einfahrt in den Wald aktiviert wird.

(red)
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