Aachen: Start der Schultheatertage: Jedes Kostüm erzählt eine Geschichte

Aachen: Start der Schultheatertage: Jedes Kostüm erzählt eine Geschichte

Manche Stücke machen schon des Namens wegen neugierig. „Die Sockensuchmaschine” zum Beispiel - wenn das mal kein Titel ist, der Hoffnungen weckt auf Tipps für den täglichen Gebrauch.

Aufgeführt wird das Stück um Professor Turbozahn und den Nachbarsjungen Jonas von der Grundschule Gerlachstraße im Rahmen der sechsten Schultheatertage der Städteregion. Und eine erste Kostprobe wurde am Montagabend bei der Eröffnung im Spiegelfoyer des Stadttheaters gegeben.

In diesem Jahr nehmen 51 Schulen aus der gesamten Städteregion mit Zirkusnummern, Musicals, oder eben ganz konventionell mit Theaterstücken an dem Projekt teil. „Damit stoßen wir finanziell und organisatorisch an unsere Grenzen”, stellte Kulturbetriebsleiter Olaf Müller fest - was nicht allzu sehr als Ausdruck des Bedauerns gewertet werden sollte.

Schließlich hätte kaum einer gedacht, dass das vor zwölf Jahren initiierte und seither im Zweijahresrhythmus stattfindende Projekt solche Ausmaße annehmen würde. Auf 1800 aktiv teilnehmende Schüler beziffert Jutta Kröhnert von der Kultur- und Theaterinitiative (Akut) das gemeinsam mit dem Schulamt und dem Bildungsbüro organisierte Spektakel.

Mit Know-How unterstützt

Neben der Grundschule Gerlachstraße gaben bei der Eröffnungsfeier auch die Grundschule Am Höfling („Farbon oder Die Phiole für Rebofa”), die Montessori-Grundschule Eilendorf („Tranquilla Trampeltreu”), die Förderschule Nordeifel („Betreten der Baustelle verboten”) sowie das Inda Gymnasium („Western Casting oder Rodeo um Julia”) Einblicke in ihr Programm. Beim Erarbeiten ihrer Beiträge waren die Schulen von Theatermachern mit Know-How unterstützt worden, vom Kulturbetrieb, dem Land NRW, der Sparkasse und der Städteregion außerdem mit Geld.

Für einen großen Spaßfaktor hatte in den vergangenen Wochen natürlich das Kostümieren gesorgt. „Es hat Spaß gemacht in lustige Rollen zu schlüpfen. Zuhause muss man ja eher brav sein und so”, verriet eine junge Theaterdebütantin dem Kulturdezernenten Wolfgang Rombey im Interview. „Durch die PISA-Studien sind die musischen Fächer ein Stück weit in den Hintergrund gerückt”, stellte Rombey fest. Dabei sei gerade die Förderung von Kreativität wichtig, um die kognitiven Fähigkeiten zu schulen. „Mittlerweile haben das aber auch die Kultusminister kapiert.”

Neben dem, was sich auf der Bühne abspielte, verriet bei der Eröffnungsfeier vor allen Dingen ein Blick ins Publikum, dass es bei den Schultheatertagen mächtig bunt zugehen wird. Dort nämlich saßen die jungen Sängerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Tänzer versammelt, die eine mit silbern geschminktem Gesicht, der andere als grüngelber Riesenvogel, die nächste im fröhlichen Schmetterlingskostüm. Wer gehört wohl in welche Geschichte? Auch diese Frage weckte Neugier.

Was der findige Professor Turbozahn sich nun aber einfallen lässt, um dem Nachbarsjungen Jonas bei seinem Sockenproblem zu helfen, das ließen die Schüler von der Gerlachstraße bei ihrer Kostprobe offen. Verständlicherweise - schließlich sollen sich so viele Besucher wie möglich die Vorstellungen an den verschiedenen Spielorten ansehen.

Die Beiträge der Aachener Schulen

Dienstag, 18. Mai: KGS Düppelstraße, „Die Welt der Kinder spontan auf der Bühne” (ab sechs Jahren), 11 Uhr, Theater Aachen; nach einer Pause: GGS Schönforst, „Die strenge Berta” (ab sechs Jahren), Theater Aachen; Gerlachschule, „Die Sockensuchmaschine” (ab sechs Jahren), 15 Uhr, Theater Aachen; Amos Comenius Schule/English Drama Group, „Applicant” (ab 14 Jahren), Theater 99.

Mittwoch 19. Mai: GGS Am Höfling, „Farbon oder Die Phiole für Rebofa” (ab sechs), 15 Uhr, Ludwig Forum.

Donnerstag, 20. Mai: Hauptschule Drimborn, „Die Zauberschule der Raben” (ab acht), 11 Uhr, Theater 99; GGS Driescher Hof, „Ausgetickt? Die Stunde der Uhren” (ab sechs), 11 Uhr, Ludwig Forum; Montessori-Grundschule Eilendorf, „Tranquilla Trampeltreu” (ab sechs), Theater Aachen; nach einer kurzen Pause: Montessori-GS Eilendorf, „Das kleine Gespenst” (ab sechs), Theater Aachen.

Freitag, 21. Mai: KGS Luisenstraße, „Die Pantoffelpiraten” (ab sechs), 11 Uhr, Theater Aachen; Gesamtschule Brand, „Fucking Amal” (ab 13), gegen 20.30 Uhr, Ludwig Forum.

Mittwoch, 26. Mai: Hauptschule Drimborn, „Schwanger unter fünfzehn” (ab 13), 11 Uhr, Theater 99.

Dienstag, 1. Juni: Inda Gymnasium, „Die Welle” (ab zwölf), 15 Uhr, Ludwig Forum.

Dienstag, 8. Juni: Rhein-Maas-Gymnasium, „Medusa” (ab zwölf), 19 Uhr, Ludwig Forum.

Mittwoch, 9. Juni: GGS Brander Feld, „Theater der Überraschungen” (ab sechs), gegen 12.15 Uhr, Theater Brand.

Freitag, 11. Juni: KGS Passstraße, „Das Märchen von der Kichererbse” (ab sechs), 11 Uhr, Theater K.

Montag, 14. Juni: Viktor-Frankl-Förderschule, „Die Aliens kommen” (ab sechs), 11 Uhr, Theater K.

Dienstag, 15. Juni: Maria-Montessori-Gesamtschule, „Alice im Spiegelland” (ab zwölf), 15 Uhr, Ludwigforum; dieselbe, „Breakfast Club” (ab 14), 19 Uhr, Ludwig Forum.

Donnerstag, 17. Juni: KGS Beeckstraße, „Der Löwe und die Maus” (ab sechs), 11 Uhr, Theater K; nach kurzer Pause: KGS Matarstraße, „Das Labyrinth der Sinne” (ab sechs), Theater K.

Freitag, 18. Juni: Einhard Gymnasium, „Ab ins Leben” (ab 14), 19 Uhr, Ludwigforum; Marktschule Brand, „Die Teufelsprinte” (ab sechs), 11 Uhr, Marktschule Brand.

Dienstag, 22. Juni: Inda Gymnasium, „Western Casting oder: Rodeo um Julia” (ab zwölf), 15 Uhr, Ludwig Forum.

Mittwoch, 23. Juni: Viktoriaschule, „In 9 Tagen um die Welt” (ab sechs), 11 Uhr, Ludwig Forum.

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