Aachen: Starke Schulter für die Tuchfabrik Becker

Aachen: Starke Schulter für die Tuchfabrik Becker

Gute Nachrichten für die Mitarbeiter der Tuchfabrik Wilhelm Becker in Brand: Das größte deutsche Textilunternehmen, die Daun-Gruppe aus Niedersachsen, steigt in Brand als Finanzier ein, insgesamt 1200 Arbeitsplätze, davon rund 500 in Aachen, haben eine neue Perspektive bekommen.

Geschäftsführer Peter Recker: „Das ist ein wichtige Schritt zur Zukunftssicherung der letzten Aachener Tuchfabrik.”

Der war auch nötig geworden, denn das Unternehmen mit Zweigbetrieben in St. Egidien/Sachsen und Vilnus/Litauen war in den letzten Jahren in schwere See geraten. In Aachen mussten „schmerzliche Sanierungsmaßnahmen” (Recker) vorgenommen werden. 250 Mitarbeiter, fast 40 Prozent der Belegschaft, wurden entlassen, Kapazitäten abgebaut, Vertrieb und Designabteilung neu organisiert, insgesamt Erfolge bei der Restukturierung erzielt. Doch die kostet Geld, so dass man seit Sommer letzten Jahres auf der Suche nach einem strategischen Partner war.

Der ist nun mit der Daun & Cie AG mit Sitz in Rastede gefunden worden, dem größten und international agierenden Textiluntenehmen mit 7000 Beschäftigten in Deutschland und 13.000 in Südafrika. Die Niedersachsen waren schon bisher einer der Hauptlieferanten von Becker und übernehmen die gesamten Bankverbindlichkeiten und damit die Finanzierung von Becker. Die drei Geschäftsführer Dieter Biervert, Christoph Königs und Peter Recker erhalten gleichzeitig die Mehrheit der Geschäftsanteile von den drei Gebrüdern Becker, die aber weiterhin Gesellschafter bleiben.

Zuversichtlicher Blick nach vorne

Der Sanierungskurs solle konsequent weiterverfolgt werden, teilt Recker weiter mit. Die Daun-Gruppe habe schon viele Unternehmen aus schwierigen Situationen herausgeholt. Insgesamt werden in Deutschland rund 950 Mitarbeiter beschäftigt, dazu rund 100 Auszubildende. Dazu gesellen sich rund 170 Mitarbeiter in Litauen. Da die neue Kollektion gut angenommen worden sei, blicke man nun wieder zuversichtlich nach vorne.

Auch für Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, ist die Nachricht vom Einstieg der Niedersachsen erst einmal „keine schlechte”. Allerdings wisse er, dass es in Unternehmen der Daun-Gruppe schon mehrfach Diskussionen über Arbeitskonditionen gegeben habe, da die Firma nicht dem Arbeitgeberverband angehöre und „kein Freund der Gewerkschaften” sei. Beckers: „Wir behalten genau im Auge, was sich für die Arbeitnehmer tut.”

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