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Aachen: Stapelweise herrenlose Eier im Bus: Detektivarbeit gefragt

Aachen : Stapelweise herrenlose Eier im Bus: Detektivarbeit gefragt

Einen nicht alltäglichen Kriminalfall hatten jetzt Aachener Polizeibeamte aufzuklären: 180 Hühnereier waren in einem Linienbus aufgetaucht. „Die weißen und braunen Eier hatten offenbar herrenlos die Fahrt durch die Aachener Innenstadt bis in die Voreifel angetreten“, berichtete Pressesprecher Paul Kemen. Das Rätsel der zerbrechlichen Fracht konnte gelöst werden - mit Hilfe von Spezialwissen.

Eigentlich sei die Polizei am Dienstagmorgen vom Fahrer eines Linienbusses wegen eines Schwarzfahrers nach Walheim gerufen worden. Gegen den nicht zahlenden Fahrgast wurde Strafanzeige erstattet.

„Als er und alle anderen Fahrgäste aus dem Bus gestiegen waren, verharrten auf einem Sitz fein gestapelt 180 rohe Hühnereier in den Schalenfarben braun und weiß“, schilderte Kemen. Von einem Besitzer weit und breit keine Spur. „Da die Ware im polizeirechtlichen Sinne entweder als Fundsache oder als Diebesgut zu deklarieren war, wurde sie unter der Asservatennummer 1107/11 sichergestellt und mit zur Wache genommen.“

Dort begann dann die Detektivarbeit - was sich Pressebericht wie folgt liest: „Aufgrund eines firmen Beamten, der sich in EU-weiten produktbezogenen Kennzeichnungsvorschriften auskennt, konnte schließlich ein Betrieb in Hürtgenwald (Kreis Düren) als legender Stall ermittelt werden.“

Eine telefonische Kontaktaufnahme ergab, dass die Eier vom Hühnerhof am Morgen nach Aachen zu einem Marktstandbetreiber ausgeliefert und dort abgestellt wurden. Einen unbeobachteten Moment hat dann offenbar der Langfinger zur Tat genutzt.

Es sei zu vermuten, dass der Eierdieb mitsamt der stoßempfindlichen Beute in den Bus stieg und auf einem Sitz abstellte. Kalte Füße bekam der Dieb dann offenbar, als die Polizei anrückte - eigentlich wegen des Schwarzfahrers. Im Laufe des Tages konnte der rechtmäßige Besitzer die vormals herrenlosen Eier auf der Polizeiwache in Empfang nehmen. Der Polizeibericht endet mit den Worten: „Hinweise auf den Eierdieb gibt es bislang nicht.“

(red/pol)