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Städteregion und VHS Aachen machen mobil gegen Vorurteile

Woche gegen Rassismus : „Rassismus ist auch bei uns ein Thema“

Die Städteregion veranstaltet gemeinsam mit der Volkshochschule und der Stadtbibliothek in diesem Jahr zum zweiten Mal die Wochen gegen Rassismus.

Der 21. März 1969 steht in der Geschichte Südafrikas für das Massaker von Sharpeville. Tausende Menschen mit schwarzer Hautfarbe waren damals auf ein Polizeirevier zugelaufen. Sie wollten friedlich demonstrieren, am Ende waren 69 Menschen tot, unter ihnen viele Kinder. Die Vereinten Nationen haben den 21. März deshalb zum Tag gegen Rassismus erklärt. Anlass genug auch für die Aachener Volkshochschule und die Stadtbibliothek, gemeinsam mit dem Integrationszentrum Aachen, ein Bündel mit Aktionen gegen Vorurteile und für Toleranz zu schnüren.

Dazu gibt es vom 11. bis zum 24. März insgesamt elf Veranstaltungen. „Die Resonanz im vergangenen Jahr war sehr gut. Wir hoffen aber, dass wir das dieses Jahr noch toppen können“, sagt Laura Distelrath von der Volkshochschule. Es wird Lesungen geben, Filmvorführungen, Workshops und Vorträge. Einige Veranstaltungen sind bereits ausgebucht. Dr. Beate Blüggel, Leiterin der Volkshochschule, hat gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt und der Städteregion sowie der Stadtbibliothek ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt.

Bereits am Sonntag, 10. März, öffnet die Fotoausstellung „Mein Land – Fragezeichen“ im Forum der VHS in der Peterstraße. Die Künstlerin Ulrike Maria Fahle wird anwesend sein und ihre Bilder mit Aufnahmen von Zuwanderern verschiedener Generationen zeigen. Weiteres Highlight ist ein Workshop für Schüler, bei dem eine Referentin der Stadtbibliothek gemeinsam mit den Jugendichen herausfinden will, wie Fake News in den Sozialen Medien erkannt werden können.

Am kommenden Montag eröffnet Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier die Veranstaltungsreihe offiziell um 19 Uhr im Mediensaal des Hauses der Städteregion an der Zollernstraße. Im Anschluss liest die Autorin Tupoka Ogette aus ihrem Buch „Exit Racism“, das dazu veranlassen soll, kritisch über rassistisches Alltagsverhalten nachzudenken. „Wir wollen mit den Wochen gegen Rassismus sensibilisieren. Es ist ein Problem, dass viele Menschen diskriminiert werden, wenn sie etwa eine Wohnung suchen oder einfach nur Bus fahren“, sagt Sevim Dogan, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt. In diesem Jahr steht besonders die Städteregion im Fokus. Es gibt Veranstaltungen in Herzogenrath und Eschweiler, die Abschlussveranstaltung findet in Alsdorf statt. Hier treten am 23. März um 19 Uhr junge Poetry Slamer in der Luisenpassage auf.

Fremdenfeindlichkeit ist in Aachen und der Region ein Thema. Nach dem Verbot der Kameradschaft Aachener Land, die regelmäßig Versammlungen mit rechtsradikalen Inhalten in Stolberg veranstaltet hat, haben sich nur die Strukturen verändert, sagt Andreas Goffin. Er hat für die Städteregion ein Handlungskonzept entwickelt, das den Kommunen helfen soll, etwas gegen Fremdenhass zu tun. „Rassismus ist in der Region ein Thema. Allein schon, weil die Mitglieder der verbotenen Organisation weiter in der Region aktiv sind.“ Auch deshalb hoffen alle Veranstalter, dass sich die Reihe irgendwann fest im Veranstaltungskalender der Region etabliert.

Anmeldung und weitere Informationen: https://www.staedteregion-aachen.de/iwgr.