Städteregion: Im Straßenverkehrsamt fehlt immer noch Personal

Straßenverkehrsamt der Städteregion Aachen : Personelle Situation ist immer noch unbefriedigend

Die Zustände im Straßenverkehrsamt der Städteregion sind weiter schwierig. Besucher und Beschäftigte leiden gleichermaßen, obwohl bereits einige von insgesamt 37 beschlossenen Verbesserungsvorschlägen umgesetzt worden sind.

Der Umbau der Zulassungsstelle im nächsten Jahr wird zur nächsten Belastungsprobe. Man kann den Verantwortlichen nicht den Vorwurf machen, tatenlos gewesen zu sein. Es wurde geprüft, es wurde diskutiert, und es wurde auch viel unternommen. Deshalb hat sich die Situation unterm Strich auch schon verbessert. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Straßenverkehrsamt das vielleicht größte Sorgenkind der Städteregion bleibt.

Deutlich zum Ausdruck ist das jetzt im Personalausschuss gekommen, wo Mitglieder aller Fraktionen den nach wie vor mangelhaften Gesamtzustand des mit großem Abstand am häufigsten frequentierten Amtes der Städteregion monierten.

Akuter Personalmangel auf der einen Seite und deshalb weiterhin lange Wartezeiten und viele Beschwerden auf der anderen Seite führen dazu, dass keine Ruhe einkehrt an der Carlo-Schmidt-Straße 4 in Würselen. Und die voraussichtlich noch gut zwei Jahre laufenden Umbauarbeiten tun ihr Übriges dazu.

37 Maßnahmen

Marc Peters von den Grünen brachte es in der Sitzung auf den Punkt: „Das ist weiterhin eine für alle Beteiligten sehr unbefriedigende Situation.“ Dem schlossen sich die Redner der übrigen Fraktionen an. Sie alle forderten Erklärungen dafür, dass es im Straßenverkehrsamt, in dem nach einer externen Begutachtung seit Sommer 2017 und bis Ende 2020 schrittweise insgesamt 37 Maßnahmen umgesetzt werden sollen, immer noch  vieles nicht rund läuft.

Amtsleiterin Marlene Maaßen war und ist redlich bemüht, die Zustände zu erklären. Dabei wird allerdings deutlich, dass sie diese nur bedingt selber beeinflussen kann. „In manchen Bereichen bewegen wir uns am unteren Rand der Stellenbeschreibungen“, verweist sie beispielsweise auf die zum Teil deutlich ausbaufähige Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Immerhin liegen der internen Stellenbewertungskommission inzwischen Änderungsvorschläge vor. „Wir müssen versuchen, die Kollegen über eine höhere Bezahlung und interne Entwicklungsmöglichkeiten zu halten“, betont Maaßen.

Ob das auch ein Ansatz ist, um der zum Teil eklatant hohen Ausfallquote von über 20 Prozent entgegenwirken zu können, erscheint eher fraglich. Krankheitsfälle gebe es auffällig häufig bei erfahrenen Mitarbeitern, berichtet die Amtsleiterin. Das führt sie unter anderem auf „das Arbeiten im Großraumbüro mit über 30 Leuten“ zurück. Vor allem aber spiele der Personalmangel in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Derzeit sind gut acht der insgesamt 90,59 Stellen unbesetzt. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen dieses Defizit ebenso kompensieren wie den Ausfall der Erkrankten. Und nicht nur das: „Sie müssen wegen der hohen Fluktuation, die ein weiteres Problem ist, auch immer wieder neue Kollegen einarbeiten“, beschreibt Marlene Maaßen den aus ihrer Sicht bestehenden Teufelskreis.

Ein Stück weit sorgt, was die Arbeitsbelastung angeht, das am 2. Oktober 2017 in Betrieb genommene Online-Terminbuchungssystem für Entspannung bei Mitarbeitern und Kunden. Vor allem in der Zulassungsstelle werde dieses sehr gut angenommen. Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille, wie Maaßen einräumt: „Da die Bürger mit Online-Termin quasi null Wartezeit haben, müssen die anderen sich umso länger gedulden.“

Nur noch mit Termin?

Da drängt sich die Frage auf, wie es denn wäre, wenn das Straßenverkehrsamt nur noch mit Terminvergabe arbeiten und so für Bürger und Mitarbeiter Planungssicherheit schaffen würde. Die Amtsleiterin reagiert zurückhaltend, kündigt gleichwohl aber an, einen ersten – unverbindlichen – Versuch in diese Richtung starten zu wollen: in der Weihnachtswoche. Weil zahlreiche Mitarbeiter dann in Urlaub seien, zugleich aber viele Bürger frei hätten und das Straßenverkehrsamt ansteuern würden, drohten anderenfalls extrem lange Wartezeiten – und weitere Reibungspunkte mit den Kunden.

Die wird es auch im nächsten Jahr vermehrt geben: Ab Mitte 2019 steht der Umbau der Zulassungsstelle auf dem Programm. Was das bedeutet, lässt der Kommentar von Marlene Maaßen erahnen: „Das wird die größte Herausforderung der gesamten Umstrukturierung.“