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Enorme Nachfrage: Städteregion baut Impfangebote aus

Enorme Nachfrage : Städteregion baut Impfangebote aus

Die Städteregion will ihr Impfangebot deutlich ausbauen. Ab Freitag können in den Aachen Arkaden doppelt so viele Menschen wie bisher geimpft werden. Städteregionsrat Tim Grüttemeier spricht sich für eine Impfpflicht als letzte Instanz aus.

Aktuell bestimmen Schlangen vor den Impfbussen und Impfangeboten auch in der Städteregion Aachen das Bild. „Wir können aus dem Stand heraus aktuell die enorme Impfnachfrage – vor allem nach den Booster-Impfungen – noch nicht komplett befriedigen“, sagt Städteregionsrat Tim Grüttemeier. Allein für die Booster-Impfungen haben in der Region laut Verwaltung rund 170.000 Menschen bis zum 31. Dezember einen Anspruch. Die Städteregion will ihr Impfangebot nun deutlich ausbauen.

Konkret soll die Anzahl der Impfkabinen in den Aachen Arkaden von fünf auf zehn verdoppelt werden. Zudem wird die Impfzeit um vier Stunden ausgedehnt, konkret ist das Impfzentrum dann von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die Städteregion beziffert die Steigerung der täglich möglichen Impfungen von jetzt 700 auf dann bis zu 2000.

Nach der Schließung des städteregionalen Impfzentrums in der Eissporthalle muss das Angebot auf viele verschiedene Stellen verteilt werden. Zwei Impfbusse touren weiterhin durch die Region, zudem gibt es seit dieser Woche auch noch zusätzlich zwei Impfangebote pro Tag in den Städten und Gemeinden, beispielsweise in Pfarrheimen.

Hausärztinnen und -ärzte sollen weiter eingebunden werden. Für den 4. Dezember sei ein Adventssamstags-Impfen geplant, so Grüttemeier. Schon jetzt gäbe es Zusagen von sehr vielen Praxen, die sich daran beteiligen wollen.

Laut Grüttemeier sind bereits Gespräche mit den Krankenhäusern in der Städteregion geführt worden, die in Kürze ebenfalls Impfungen anbieten können. Weitere Impfstellen neben den jetzt schon aktiven wird es auch geben. Zudem sollen die Betriebsärzte die Impfkampagne mit unterstützen.

Der Städteregionsrat zeigte sich frustiert über die Menge an Menschen, die sich trotz Stiko-Empfehlung nicht impfen lassen: „Wir machen jetzt wieder den Versuch, die Impfquote weiter zu erhöhen. Aber wenn alle Bemühungen erneut nicht fruchten, braucht es in letzter Instanz eine Impfpflicht.“ Es könne nicht sein, dass man im November 2021 weder genau dort steht, wo man 2020 war, so Grüttemeier weiter. „Wir haben seit fast einem Jahr gute und sichere Impfstoffe und dennoch haben wir gerade mit mehr als 250 die höchste Inzidenz aller Zeiten in der Städteregion und auch auf den Intensivstationen wird die Situation wieder kritisch.“

(red)