Städteregion: 440.500 haben am Sonntag die Wahl

Wahltag am Sonntag : Rund 194.400 Aachener sind zur Wahl aufgerufen

Viel ist nicht zu tun für die rund 440.500 Wähler, davon 194.400 Aachener, die an diesem Sonntag in der Städteregion an die Urnen gerufen werden: Auf einem handlichen und übersichtlichen Wahlzettel mit nur sechs Namen müssen sie ein Kreuz machen.

Das dürfte schnell erledigt sein. Entsprechend einfach erscheint die Auszählung für die rund 1500 Wahlhelfer, die allein in Aachen im Einsatz sind, und aller Voraussicht nach ihr Werk flott verrichten werden. Geht alles glatt, könnte schon kurz nach 19 Uhr Klarheit über den Ausgang der Städteregionsratswahl herrschen, die allerdings ein Novum für alle Beteiligten ist und es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Bei der ersten Städteregionsratswahl im Jahr 2009 konnten die Aachener insgesamt fünf Wahlzettel ausfüllen, fünf Jahre später waren es inklusive Europa- und Integrationsratswahl sogar bis zu sieben Zettel. Entsprechend lang zogen sich die Auszählungen hin.

„Diesmal wird es nicht bis tief in die Nacht gehen“, sagt auch Barbara van Rey von der städteregionalen Pressestelle. Näher festlegen aber will sie sich nicht – eben weil die Erfahrungen fehlen. Unterdessen gehen die Kollegen in der Stadt Aachen, wo rund 194.400 Menschen wahlberechtigt sind, davon aus, bis spätestens 19.30 Uhr mit allem durch zu sein. „Aber das hängt natürlich auch von der Wahlbeteiligung ab“, sagt Rita Klösges vom städtischen Presseamt.

Eine der größten Sorgen aufseiten von Politik und Verwaltung ist, dass die Städteregion und die Position des Städteregionsrats für viele Menschen immer noch ein sehr abstraktes Konstrukt sind und deswegen auch das Interesse an dieser Wahl gering sein könnte. Ein Indiz dafür könnte auch die bislang im Vergleich zu den vorhergehenden Kommunalwahlen geringe Zahl der Briefwähler sein: Bis Freitagfrüh hatten etwa 20.000 Aachener von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, vor fünf Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt gut 33.000.

Wer, wie, was? Die Wahl zum Städteregionsrat kurz erklärt

Am Freitag hat der scheidende Amtsinhaber Helmut Etschenberg nochmals eindringlich an die Wahlberechtigten appelliert, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Demokratie braucht den Einsatz von uns allen. Sie wird uns nicht geschenkt.“

Weil die sonst übliche Grenze von 18 Jahren für Kommunalwahlen nicht gilt, dürfen am Sonntag auch 16-Jährige schon mitwählen. Zur Wahl stehen die sechs Bewerber Tim Grüttemeier (CDU), Daniela Jansen (SPD), Oliver Krischer (Grüne), Albert Borchardt (Linke), Markus Matzerath (AfD) und Marcel Foré (ÖDP). Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinen kann.

Da dies bei sechs Bewerbern schwierig sein wird, bereitet sich die Verwaltung bereits auf eine mögliche Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten zwei Wochen später vor. Eine neue Wahlberechtigung würde dafür nicht versandt werden, wahlberechtigt wären am 18. November die gleichen Menschen, die auch am 4. November zu den Urnen gerufen werden.

Im Stadtgebiet stehen ihnen am Sonntag jeweils von 8 bis 18 Uhr die üblichen 161 Wahllokale zur Verfügung. Die Wahlergebnisse aus der gesamten Region laufen zentral im Haus der Städteregion an der Zollernstraße ein. Im dortigen Mediensaal wird das Wahlinformationszentrum eingerichtet, das ab 17.30 Uhr auch allen interessierten Bürgern offensteht.

Online können die fortlaufend aktualisierten Zahlen am Sonntag auch auf der Webseite unserer Zeitung mitverfolgt werden.

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