Aachen: Stadtsportbund bekommt Geldsorgen der OGS-Täger zu spüren

Aachen : Stadtsportbund bekommt Geldsorgen der OGS-Täger zu spüren

In der Turnhalle der Katholischen Grundschule Michaelsbergstraße geht es um die Zukunft des Sports. Die Offene Ganztagsschule (OGS) an der Burtscheider Grundschule wird vom Verein Betreute Grundschulen gestaltet. In einer gemeinsamen Petition hatten sich jüngst die freien Träger der OGS in der Städteregion an die Kommunen gewandt und eine „qualitative Verbesserung im Ganztag“ gefordert.

Sie machen sich stark für verbindliche und einheitliche Qualitätsstandards in der OGS, höhere Etats, und ein eigenes OGS-Gesetz, das die Arbeit im Ganztag endlich von der Projektebene hin zu verlässlichen Regelungen führen soll.

Und in den Forderungen nach mehr Geld und gesetzlicher Verlässlichkeit der offenen Ganztagsschule gibt es auch eine Verbindung zum Sport. Bevor eigenes Fachpersonal gekündigt werde, müsse man sich leider häufig von externen Angeboten trennen, erklärt Stefanie Koszucki, Geschäftsführerin des Vereins Betreute Grundschulen. „In Aachen ist das größte externe Angebot dabei der Stadtsportbund.“

Und was sagt der Stadtsportbund? „Angebote werden gestrichen, die Nachfrage ist rückläufig. Nicht dramatisch, aber doch klar erkennbar“, bestätigt Geschäftsführerin Nadine Frey: „Die Ampel steht also auf Gelb. Bevor sie auf die falsche Farbe umspringt, möchte der Stadtsportbund die Forderungen der Trägervereine entschieden unterstützen.“

Vor allem vom Land NRW komme eindeutig zu wenig, sind sich Koszucki und Frey einig. „Die Rückmeldung aus Düsseldorf, ob denn nicht betreutes Spielen ausreichend sei, ist ernüchternd“, zeigt sich Koszucki frustriert. Für Frey würden die informelle Bildung und Sport als Gestalter sozialer Kompetenzen dadurch viel zu sehr vernachlässigt.

Kampf um höhere Etats

Bezogen auf das Sportangebot der Grundschule Michaelsbergstraße sind die Spuren des Kampfs um höhere Etats bereits zu erkennen. Vor allem das Thema Schwimmunterricht steht im Fokus. „Wir erfüllen den Lehrplan und sorgen dafür, dass jedes Kind am Ende der Grundschulzeit das Seepferdchen bestanden hat“, sagt Gaby Kittel, Koordinatorin der OGS Michaelsbergstraße.

Dass dieses Seepferdchen allerdings eigentlich nicht mehr ist als ein erster Kontakt mit Wasser, betonte vor allem die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in den letzten Jahren immer wieder. Damit die Kinder richtig schwimmen lernen und sich nicht nur über Wasser halten, brauchte die KGS Michaelsbergstraße jedoch mehr ausgebildete Schwimmtrainer, die der Stadtsportbund bereitstellt — dazu fehlt wie so oft das Geld.

Um sich mit Zuständen wie diesen nicht zufriedenzugeben und für mehr Qualität in der pädagogischen Betreuung sowie in der sportlichen Ausbildung zu kämpfen, wünscht sich der Dreiklang aus Trägervereinen, Schulen und Stadtsportbund auch Unterstützung durch die Eltern.