Aachen: Stadtentwicklung rund ums Atelierhaus

Aachen: Stadtentwicklung rund ums Atelierhaus

Quartierskonzepte für den Campus-West, das sich um das von Künstlern genutzte Atelierhaus an der Süsterfeldstraße gruppiert, wurden jetzt in neun Diplomarbeiten am RWTH-Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung erarbeitet.

Am Mittwoch, 3. Februar, werden ab 18 Uhr alle Arbeiten im Atelierhaus vorgestellt und mit einem sachkundigen Kommentar von Autoren oder Dozenten versehen, kündigte Nadya Bascha, Geschäftsführerin des Atelierhausvereins, am Freitag an.

Zwei Entwürfe wurden bereits stellvertretend von ihren „Macherinnen” vorgestellt, durchaus interessante Arbeiten, die das Thema Wohnen und Arbeiten nahe dem milliardenschweren RWTH-Bauprojekt zum Inhalt haben. So präsentierte Diplomandin Helena Gerhard ihren Entwurf mit dem Titel „Kulturimpuls”, in dem das alte Klostergebäude (Guter Hirte) des Atelierhauses eine zentrale Rolle spielt.

Ausgehend von dem unter Denkmalsschutz stehenden alten Ringlokschuppen als Veranstaltungsort auf dem ehemaligen Güterbahnhof plant die Entwurfsverfasserin von dort aus eine durchgehende Kulturschiene mit dem Atelierhaus im Zentrum bis hin zu einem Skulpturenweg in der nicht randbebauten Borchersstraße. Das Atelierhaus bliebe erhalten - was bislang keineswegs gesichert, aber Wunsch des Vereins ist - und soll neben dem Kunstbetrieb ein Gründerzentrum enthalten.

Urbanes Wohnen soll dem Mischgebiet mit kleingewerblicher bis zu industrieller Nutzung (Printen- und Schokoladenherstellung) dann den Quartiercharakter geben, „Q1”, wie es die Planer nennen. Gerhard sieht Wohnriegel an der Süsterfeldstraße mit dahinter liegenden „Campus-Terrassen” mit „verteilten, kleinen Punkthäusern” vor, die für eine zeitliche begrenzte Nutzung oder für junge Familien gedacht sind, dazu natürlich Versorgungseinrichtungen. Die zu erwartende Klientel sei vor allem junge Akademiker, die sich eine Zeitlang in Aachen niederlassen wollten.

Kleinteilige Wohnnutzung

So erklärten auch die Dozenten Gisela Schmitt und Ulrich Berding, dass die neun Arbeiten durchweg eine eher kleinteilige Wohnnutzung vorsähen, Appartements oder Boardinghäuser seien vorherrschend.

Diplomandin Maja Fischer wiederum präsentiert einen Ansatz, in dem das Atelierhaus in seiner jetzigen Bestimmung keine weitere Chance bekommt. Unter dem Titel „Network Living” sieht sie in ihrem Entwurf ein Startup-Zentrum für den akademischen Mittelbau vor - und damit nicht für jene Forschungsriesen, die in der Nachbarschaft tätig sein werden.

Fischer will das Gebiet enger mit den Clustern vernetzen, so dass die dort Arbeitenden ihre sozialen Aktivitäten in das direkt an den eigentlichen Campus angrenzende Areal (zumeist in städtischem Besitz) ausleben könnten. Gespannt darf man also auf die sieben weiteren Entwürfe sein, die bis zum 7. Februar ausgestellt werden.