Stadtbibliothek Aachen verlängert die Öffnungszeiten

Mehr Zeit zum Schmökern und Studieren : Stadtbibliothek will Öffnungszeiten um vier Stunden pro Woche verlängern

Die Aachener Stadtbibliothek will ihre Türen im zentralen Haus an der Couvenstraße ab April kommenden Jahres an vier Tagen je eine Stunde länger offenhalten. Mit der geplanten Einführung eines neuen Verbuchungssystems sollen die Servicezeiten mittelfristig weiter ausgedehnt werden.

Während die Politik mehr oder weniger laut über eine Neugestaltung der städtebaulichen Situation rund um den Bushof nachdenkt, lassen die „Kundenströme“ auch hinter dem Betonkomplex an der Couvenstraße nichts zu wünschen übrig: Die Aachener Stadtbibliothek erfreut sich weiterhin regen Zuspruchs. Daher sollen die Öffnungszeiten des Hauses – nicht zuletzt im Zuge der geplanten Einführung eines neuen elektronischen Systems zur Selbstverbuchung von Medien – innerhalb der nächsten vier Jahre von derzeit 31 auf 40 Stunden pro Woche erweitert werden. In der nächsten Sitzung des städtischen Kulturausschusses wollen die Ratsfraktionen den Vorstoß erörtern (Donnerstag, 11. Oktober, ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße).

Nach intensiver interner Diskussion sei nun zunächst ins Auge gefasst, die Ausleihzeiten ab 1. April kommenden Jahres um je eine Stunde pro Tag auf 35 Wochenstunden zu verlängern, heißt es in der Vorlage. Und man darf davon ausgehen, dass die Politik dem Vorschlag folgen wird – zumal die Maßnahme ohne personelle Verstärkungen realisiert werden könne, wie Bibliotheksleiter Manfred Sawallich darlegt. Zurzeit zählt das Haus an der Couvenstraße im Ganzen 46 Stellen.

Nachdem die Zentralbibliothek ihre Pforten bereits seit 2012 auch samstags von 10 bis 14 Uhr öffnet, sollen die Ausleihzeiten ab Frühjahr 2019 dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr (statt 11 bis 18 Uhr) sowie donnerstags von 12 bis 19 Uhr (bislang 13 bis 19 Uhr) ausgedehnt werden. Unterdessen sollen auch die Pläne zur Einführung der elektronisch gesteuerten selbstständigen Buchung von Medien über ein sogenanntes RFID-System bis 2022 umgesetzt werden. Neben einem verbesserten Kundenservice ermögliche das Projekt eine wirtschaftliche Entlastung der Bibliothek und schaffe neue Freiräume zur Verbesserung des Kundenservice, argumentiert Sawallich. Über einen Chip, der in die Etiketten der Medien integriert wird, können alle Informationen, die zur Ausleihe erforderlich sind, gespeichert werden, ohne dass dazu eine Servicekraft in Anspruch genommen werden müsste.

860.600 Euro Kosten

Die Gesamtkosten zur Einführung und für die zunächst auf fünf Jahre kalkulierte Wartung der neuen Technologie – die übrigens bereits seit dem Jahr 2008 diskutiert wird – sind laut Verwaltung mit 860.600 Euro veranschlagt. Bis zu 420.000 Euro sollen aus Zuschusstöpfen des Landes fließen. Sobald das Projekt umgesetzt ist, sollen die Öffnungszeiten nochmals auf 40 Stunden pro Woche ausgedehnt werden. Damit nicht genug: Falls personell und technisch umsetzbar, ist mittelfristig eine Aufstockung auf bis zu 49 Stunden geplant. Denn dann soll das Haus an der Couvenstraße an jedem Wochentag, also auch montags, von 10 bis 19 Uhr sowie an Samstagen von 10 bis 14 Uhr geöffnet sein.

Mehr von Aachener Nachrichten