Aachen: Stadtbetrieb wirbt für das Beibehalten der Gelben Säcke

Aachen : Stadtbetrieb wirbt für das Beibehalten der Gelben Säcke

Gelber Sack oder Gelbe Tonne — diese Frage wird derzeit in den Aachener Bezirksvertretungen diskutiert. In Laurensberg wurde nun „zustimmend zur Kenntnis genommen“, dass der Aachener Stadtbetrieb es gerne bei den Gelben Säcken belassen möchte.

Wie zuvor schon in anderen Gremien warb Dieter Lennartz, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft und Stadtreinigung beim Stadtbetrieb, bei den Laurensberger Bezirksvertretern für die Säcke. Dabei wäre jetzt die Chance für einen Wechsel gegeben. Anfang nächsten Jahres tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft, zwölf Monate später laufen die Vereinbarungen mit den Firmen aus, die den Verpackungsmüll einsammeln. Daher sollten jetzt „die Fragen nach den für die Stadt Aachen gewollten Systementscheidungen“ geklärt werden, heißt es bei der Verwaltung.

Denkbar wäre auch der Umstieg auf ein „Bringsystem“: Die Öcher könnten ihren Verpackungsmüll zu den Recyclinghöfen oder zu festgelegten Zeiten zu mobilen Sammelstellen wie bei den Grünschnittcontainern bringen. Die Bürger hätten dann keine „Standplatzprobleme“ daheim, erläuterte Lennartz, und es gäbe auch keinen „Flugmüll“. Dieses Phänomen ist bislang immer dann zu beobachten, wenn etwa der Wind die Säcke durch die Straßen pustet. Allerdings dürften es die Aachener kaum bejubeln, wenn sie das Zeug selbst herankarren müssten. Schon jetzt gibt es beispielsweise beim Recyclinghof in Eilendorf regelmäßig lange Warteschlangen.

Weniger Flugmüll wäre zu erwarten, wenn der dünne Plastiksack durch eine stabile Tonne ersetzt würde. Für die aber würden gerade die Bewohner der Innenstadt schwerlich Platz im Keller finden, gab Lennartz zu bedenken. Er warnte zudem vor einem „erheblichen Umstellungsbedarf“. Daneben fürchtet er vermehrt „Störstoffe“ in den „blickdichten“ Tonnen: Weil die Füllung nicht mehr von außen zu erkennen sei, könnte manches in der Tonne landen, was nicht hineingehört.

Aus Sicht von Lennartz spricht daher viel für den Gelben Sack. Das System sei etabliert und von den Aachener akzeptiert, meint er. Der Sack sei zudem „bei Mehrmengen“ flexibler als eine Tonne — wenn es nicht reicht, stellt man halt einen weiteren dazu. Und wie wäre es mit einem Kombination aus beidem?

Das würde zu einem „Ungerechtigkeitesempfinden führen“, meint Lennartz. So gebe es durchaus auch bei manchen Innenstadtbewohnern eine Vorliebe für die Tonnen, und in den Außenbezirken würden nicht wenige den Sack bevorzugen. „Wir werden es nie allen recht machen können“, sagte Lennartz. Bei den Verhandlungen mit dem Dualen System will der Stadtbetrieb jedoch darauf drängen, dass die Säcke künftig etwas stärker und reißfester gestaltet werden. „Das überzeugt micht“, gab CDU-Bezirksvertreter Ulrich Kusch anschließend zu Protokoll. Aus Hauseigentümerversammlungen kenne er die Diskussionen über das Problem, weitere Tonnen unterzubringen. Seine Kollegen widersprachejn dem nicht: Einstimmig nahmen sie den Vorschlag des Stadtbetriebs zustimmend zur Kenntnis.

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