Aachen: Stadt wird Musikbunker kaufen

Aachen : Stadt wird Musikbunker kaufen

Geklärt ist die viel diskutierten Eingangsituation des Musikbunkers am Frankenberger Park noch nicht. Doch jetzt hat es ein Ende mit den Mutmaßungen, wer nun am besten die Kriegshinterlassenschaft kaufen sollte, der Musikbunkerverein oder eben die Stadt Aachen.

Der Rat der Stadt beschloss in seiner Sitzung am Mittwochabend, sowohl das Bauwerk an der Goffartstraße wie auch den ebenso mit Proberäumen ausgestatteten Zwillingsbunker an der Junkerstraße zu kaufen.

Die Aussprache über den Erwerb fand trotz anderweitiger Wünsche im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung statt. Dabei wird seit Jahren über die Probleme der Szene-Veranstaltungsstätte am Frankenberger Park diskutiert. Anwohner hatten gegen die Lärmbelästigungen durch die dortigen Konzerte und Partys geklagt und vorerst Recht bekommen.

Vorkaufsrecht

Nun ist der Erwerb des Kriegsrelikts von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) durch die Stadt Aachen beschlossen worden. Es ist ein unmissverständliches Zeichen, dass hier endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen. Für den Kauf der Bunker zu kulturellen Zwecken hat die Stadt Aachen bei der Bima ein Vorkaufsrecht.

Beide Liegenschaften, so hieß es anlässlich einer Sitzung des Liegenschaftsausschusses, sollen für insgesamt 1,1 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Es ist eine stolze Summe, deren Finanzierung jedoch durch Landesmittel „gelindert“ werden kann. Natürlich sind die Baufördermittel des Landes für 2017 lange vergeben, die Bezirksregierung in Köln hatte aber bereits im Januar erkennen lassen, dass man hier mit Unterstützung rechnen könne.

So mag die Anschaffung eines Bunkers durchaus zu stemmen sein, es bleibt aber ins Sachen Bunker Goffartstraße keinesfalls beim reinen Anschaffungspreis, auch wenn für das Betonbauwerk aus dem Jahr 1941 mit seinen rund 3200 Quadratmetern Nutzfläche — er ist der größere der beiden Bunker — nur der Verkehrswert der Anlage fällig werden wird.

Zu Lärmschutz verpflichtet

Denn die Stadt ist nach dem jüngsten Urteil des Verwaltungsgerichtes in Münster verpflichtet, eine Gesamtkonzeption für den Lärmschutz am Haupteingang der Liegenschaft, der sich am Wendehammer der Rehmannstraße befindet, zu entwickeln. Auf den Tisch kam der Bau einer mehr als zwei Meter hohen Lärmschutzwand, die die nächtlichen Besucherströme bereits in der Mitte des Frankenberger Parkes abfangen und dann quasi lärmgemindert zum Eingang des Bunkers führen soll.

Bebauungsplan beschlossen

Als weitere Maßnahme überlegte der zuständige Fachbereich, auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes eine offene Fläche anzubieten, auf der sich rauchende Nachtschwärmer aufhalten könnten, ohne mit ihrem Stimmengewirr die Anwohner aus dem Schlaf zu reißen.

Für dieses Maßnahmepaket ist erst kürzlich im Planungsausschuss ein gesonderter Bebauungsplan beschlossen worden, um endlich Rechtssicherheit rund um den Frankenberger Park herzustellen.

Mehr von Aachener Nachrichten