Aachen: Stadt soll wieder selber bauen

Aachen : Stadt soll wieder selber bauen

Eigentum schaffen ist besser als mieten — mit dieser Einsicht ausgestattet haben die Politiker im Personal- und Verwaltungsausschuss die Verwaltungsspitze beauftragt, ein neues Gebäudekonzept für die Aachener Behörden zu erstellen.

Vertagt wurde damit zugleich auch eine Entscheidung über die geplante Anmietung des ehemaligen Knappschaftsbaus an der Monheimsallee.

Dass die Stadt zunehmend private Räumlichkeiten anmietet, um die städtischen Bediensteten unterzubringen, passt den Politikern nicht. Denn angesichts der extrem niedrigen Zinsen könnten Neubauten langfristig sinnvoller sein, weil dies kommunales Eigentum schaffe. So ist seit geraumer Zeit auch ein Neubau an der Zollamtstraße im Gespräch, der an den Verwaltungsbau Marschietor angeflanscht werden könnte. Doch noch scheut die Verwaltungsspitze offenbar die Investition.

Ohnehin hat das Vorhaben den Nachteil, dass bis zur Verwirklichung noch Jahre vergehen. Ohne weitere Anmietungen dürften die gegenwärtigen Platzprobleme vorerst kaum bewältigt werden können. Dringenden Bedarf hat etwa auch der neue Dezernent Markus Kremer angemeldet, der mit seinen Leuten in dem einigermaßen runtergekommenen Bau am Adalbertsteinweg hausen muss. Und auch das Umweltamt an der Reumontstraße wird mehr oder weniger als Zumutung für die Beschäftigten angesehen.

Die alte Knappschaft, in der zuletzt die St. George‘s School untergebracht war, hat die Stadt nunmehr jedoch für die rund 200 Bediensteten des Ordnungsamts ins Auge gefasst, die ihre Dienststelle zurzeit noch an der Lagerhausstraße haben. Platz genug wäre dort auch für den Fuhrpark der Ordnungskräfte.

Die Mietbedingungen für den feinen Nachkriegsbau wurden am Donnerstag nichtöffentlich besprochen. Sie werden als „moderat“ angesehen. Und doch sind viele Politiker vergrätzt, weil die Stadt noch vor drei Jahren alle Chancen hatte, das Gebäude selbst zu erwerben. Am Ende kam sie trotz eines Vorkaufsrechts aus früheren Zeiten gegen einen privaten Mitbewerber nicht zum Zuge, weil sie nicht bereit war, einen marktgerechten Preis zu zahlen. Dies sei eine „absolut falsche Entscheidung“ gewesen, werfen Politiker heute der Verwaltungsspitze vor

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