Aachen: Stadt prüft weitere Varianten für das Haarener Bächlein

Aachen : Stadt prüft weitere Varianten für das Haarener Bächlein

Ob das namenlose Bächlein in Haaren weiterhin offen durch einige Gärten den Haarener Berg hinab plätschern darf, bleibt bis auf Weiteres noch ungeklärt. Vertreter mehrerer städtischer Ämter kamen am Montag zusammen, um sich mit den Einwänden von Anwohnern gegen eine vollständige Verrohrung des Rinnsals zu befassen. Eine Entscheidung wurde dabei noch nicht getroffen.

Man prüfe noch, welche Varianten möglich sind und mit welchen Konsequenzen dies verbunden sei, erklärte auf Anfrage Harald Beckers vom städtischen Presseamt, der sich ansonsten aber wortkarg gab. Es handele sich nun um ein „laufendes Verfahren“, sagt er, daher wolle sich vorerst niemand mehr näher zu dem Vorgang äußern.

Die Stadt geht demnach davon aus, dass die Anwohner ein Gerichtsverfahren gegen die Verrohrung des kleinen Wasserlaufs anstreben. Dies schließt die Stadt aus den Schreiben eines von den Anliegern eingeschalteten Anwalts, in dem er einen umgehenden Baustopp der Kanalleitung fordert, in der das Bächlein künftig verschwinden soll. Wie Beckers andeutet, könnte diese Forderung gar die gesamte Großbaustelle an der Alt-Haarener-Straße lahmlegen, wo derzeit die Kanäle und Versorgungsleitungen erneuert werden.

Die Stadt stuft das Bächlein, das am alten jüdischen Friedhof entspringt und einst den Haarbach speiste, als Teil der Kanalisation ein. Sie plant, den etwa 200 Meter langen Wasserlauf, der bislang noch auf rund 55 Metern offen fließen darf, endgültig in eine Rohrleitung zu verbannen. Er wird dann allerdings nicht mehr in den Regenwasserkanal eingeleitet, sondern soll wieder direkt dem Haarbach zugeführt werden.

Der Grund für die Maßnahme ist, dass ein Großteil der bestehenden Bachrohre marode ist und nur mit viel Geld zu sanieren sei, was auch zu Lasten der Anwohner gehen würde.

Allerdings hatte die Stadt versäumt, die betroffenen Anlieger über ihre Planungen im Vorfeld zu informieren. Sie hatten nur durch Zufall erfahren, dass die letzten Reste des Wasserlaufs in Kürze trocken fallen sollen. Bis heute warten sie auf nähere Informationen. Unter ihnen ist auch die Stadtplanerin Astrid Urgatz, die auch aus Gründen des Klimaschutzes fordert, den Bach weiterhin offen fließen zu lassen. Sie kann dabei auch auf Konzepte zur Entwicklung Haarens verweisen, in denen ausdrücklich für die Offenlegung von Bächen im Ortsteil plädiert wird.

Auch darüber haben am Montag Vertreter der Unteren Wasserbehörde, des Umweltamts, der Koordinierungsstelle Wasser, der Stawag und des Rechtsamts beraten. Ein weiterer Termin sei für nächste Woche vereinbart worden, nach dem dann vielleicht eine Entscheidung über die Zukunft des Bächleins verkündet werden kann. Dies werde man dann dem Anwalt der Anwohner mitteilen.

„Wir sind eigentlich auf eine einvernehmliche Lösung aus“, bekräftigt Urgatz. Den Anwalt habe man lediglich eingeschaltet, weil die Zeit drängt und die Stadt auf entsprechende Anfragen nicht geantwortet habe.

(gei)
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