Aachen: Stadt plant „Ruheforst” im Aachener Wald

Aachen: Stadt plant „Ruheforst” im Aachener Wald

Teile der Stadtverwaltung wollen der örtlichen Friedhofslandschaft noch eine besonders schöne Abteilung hinzufügen: Im Aachener Wald soll ein „Ruheforst” eingerichtet werden, wo sich Interessenten mitten in der Natur beisetzen lassen können.

Der letzte ähnliche Anlauf, damals noch unter der Projektbezeichnung „Friedwald”, wurde von den Politikern abgeschmettert. Dennoch ist Elmar Wiezorek, Chef des Umweltamts, guter Dinge, dass sich die Idee diesmal durchsetzt.

Dies deswegen, weil ein Begräbnisplatz im Wald von immer mehr Menschen als attraktive Alternative zu den üblichen Friedhöfen angesehen werde. Denen daher auch keine „Kundschaft” abhanden komme - laut Wiezorek gibt es einen wachsenden Personenkreis, der sich nicht mehr nach herkömmlicher Art und Weise unter die Erde bringen lassen will, „und wenn es in Aachen kein Angebot gibt, gehen sie irgendwo anders hin”. Auch finanziell rechne sich der geplante Friedhof im Öcher Bösch, „es gibt Einnahmen, aber kaum Ausgaben”.

Die Stadt will die neue Grabesstätte in „Kooperationspartnerschaft” mit der Firma „Ruheforst” betreiben, die sich in anderen Kommunen einen guten Ruf erworben habe. Und egal wie die Zusammenarbeit aussieht, wird die Stadt Aachen immer Eigentümerin und Betreiberin des Bestattungswaldes bleiben; Ansprechpartner sollen die Forstleute sein, die nach Ansicht des Umweltamts für diese Aufgabe bestens geeignet seien, weil sie tagtäglich das Kommen und Gehen in der Natur erlebten.

Nach Stand der Dinge soll der Ruheforst auf einem zehn Hektar großen Terrain zwischen Karlshöher Hochweg und Karlshöher Talweg eingerichtet werden, auf halbem Wege zwischen Kronprinzenrast und Fernsehturm Mulleklenkes. Der Baumbestand besteht aus 100-jährigem Buchenaltholz mit Roteiche und wenig Fichte. Gleich nebenan geht der Moresneter Bittweg vorbei, der wöchentlich von der Prozession genutzt wird.

Geplant sind ausschließlich Urnenbestattungen; eine namentliche Kennzeichnung mit einem unauffälligen Schild soll möglich sein. Die Planer gehen davon aus, dass sich Interessenten vor allem Gräber (die hier „Ruhebiotop” heißen) unter großen Bäumen, an Felsen oder sonstigen markanten Punkten aussuchen werden.

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