Aachen: Stadt plant mit weiteren Turnhallen für Flüchtlinge

Aachen : Stadt plant mit weiteren Turnhallen für Flüchtlinge

Der Zustrom der regulär zugewiesenen Flüchtlinge in Aachen bleibt unverändert hoch. Die Flüchtlingszahlen steigen entsprechend weiter an. Das hat das städtische Presseamt am Montag mitgeteilt.

Die Stadt rechnet demnach für die kommenden Wochen und Monaten weiterhin mit rund 30 neuen Flüchtlingen pro Tag, die alle in den verschiedenen Einrichtungen der Stadt eine Unterkunft finden müssen.

Um für die Unterbringung dieser Menschen vor allem ab Februar gerüstet zu sein, haben Verwaltung und Politik jetzt vorsorglich weitere mögliche Standorte zur interimsweisen Unterbringung von Flüchtlingen in den Blick genommen. Das sind die Aula der Realschule Alkuinstraße, die Turnhalle Alkuinstraße, die Turnhallen Luisenstraße und Hanbrucher Straße sowie die Turnhalle am Nerscheider Weg. Mit der Realisierung dieser Standorte könnten knapp 300 Menschen untergebracht werden.

Evelyn Wölk vom städtischen Presseamt betont aber, dass sich dies an der Nutzung dieser Hallen durch Schul- oder Vereinssport nicht auswirkt. „In den Blick nehmen heißt konkret, dass wir für diese Hallen schon einmal den erforderlichen Bodenbelag und die Betten ordern und lagern“, erklärt Wölk auf Nachfrage und fügt hinzu: „Wir hoffen, dass wir diese Halle nie für Flüchtlinge brauchen werden.“ Man nehme sie lediglich in den Blick, „weil wir mit Blick auf die Flüchtlingszahlen nur von Prognosen ausgehen können“. Daher plane die Stadt immer etwas über Bedarf.

„Diese Turnhallen sind ohnehin nur eine Interimslösung von Mitte Februar bis Mitte März“, sagt Evelyn Wölk, denn ab dann hoffe die Stadt auf eine gewisse Erleichterung in der Unterbringung der Flüchtlinge. Denn dann rechnet die Stadt mit der Fertigstellung von unter anderem Gebäuden in der Debyestraße, der Roermonder Straße (2. Bauabschnitt) und der Tempelhofer Straße, durch die Fertigstellung von verschiedenen Wohnungen durch die Gewoge sowie durch die Belegung von mobilen Wohneinheiten auf dem Gelände der Leo-Löwenstein-Kaserne und der Adenauerallee.

Die betroffenen Schulleitungen und Vereinsvorsitzenden seien inzwischen von der Verwaltung über die Möglichkeit einer Flüchtlingsunterkunft in ihren Turnhallen und ihrer Aula informiert worden. Doch sowohl der Schul- als auch der Vereinssport in den Turnhallen werde bis auf weiteres ungehindert stattfinden. Auch die Aula in der Alkuinschule könne vorerst wie gewohnt genutzt werden. Vorbereitende Maßnahmen zur eventuellen Herrichtung dieser Standorte würden im Hintergrund ablaufen, betont Wölk.

Insgesamt 4420 Flüchtlinge

Insgesamt betreut die Stadt Aachen fast 2750 regulär zugewiesene Flüchtlinge. Daneben bietet sie Plätze für insgesamt bis zu 1060 Menschen in den verschiedenen Noteinrichtungen des Landes an. Ferner hat Aachen mehr als 610 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen.

(hr)
Mehr von Aachener Nachrichten