Aachen: Stadt plant Deckelung der Kita-Betreuungszeiten

Aachen : Stadt plant Deckelung der Kita-Betreuungszeiten

Die Stadt Aachen wird im kommenden Kita-Jahr beim Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige (U3) deutlich hinter den politischen Erwartungen zurückbleiben. Statt der gewünschten 150 Plätze werden demnach lediglich 102 neue U3-Plätze geschaffen.

Und dies ist nicht der einzige Punkt, der bei den Beratungen über den „Kindertagesstättenentwicklungsplan 2015/16“ am kommenden Dienstag für Stirnrunzeln und Widerspruch bei den Politikern sorgen wird.

In allen Fraktionen wirft eine Ankündigung der Verwaltung Fragen auf, derzufolge die Stadt die am stärksten gefragten Kinder-Betreuungszeiten von 45 Stunden pro Woche ab dem Kita-Jahr 2016/17 gewissermaßen deckeln will. Demnach sollen dann nicht mehr als 75 Prozent der U3-Kinder und nicht mehr als 85 Prozent der Ü3-Kinder diese längste Betreuungszeit wählen können. Hintergrund: Die Stadt will Kosten sparen, die die höheren Stundenkontingente nach sich ziehen.

Die Verwaltung verweist darauf, dass in Städten wie Münster, Krefeld und vor allem in Mönchengladbach die Nachfrage nach 45-Stundenkontingenten deutlich geringer als in Aachen ist. Dass hier ähnlich niedrige Quoten erreicht werden könnten, sieht man in der Politik kritisch: Erklärtes Ziel sei es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglichst allen Menschen zu ermöglichen. Vor allem für Vollzeit-Berufstätige sei die 45-Stundenbetreuung wichtig, bekräftigen etwa die Jugendpolitiker Bernd Krott (SPD) und Hilde Scheidt (Grüne). Wenn der Bedarf da ist und Eltern die volle Betreuungszeit für ihre Kinder ausschöpfen wollen — sie könnten auch 25 oder 35 Stunden buchen —, müsse die Stadt dies ermöglichen. Eine von der Verwaltung angestrebte Deckelung lehnen die Politiker trotz städtischer Finanznöte ab.

Und verstärkt hinterfragen wollen sie auch, ob die Verwaltung tatsächlich die nötigen Anstrengungen unternimmt, den U3-Ausbau im erforderlichen Maße voranzubringen. Die Stadt habe kaum noch Platz­kapazitäten für die nötigen An- und Umbauten, argumentiert die Verwaltung. Erklärtes Ziel ist es jedoch, bis 2017 mindestens für jedes zweite Kind unter drei Jahren einen Kita-Platz bieten zu können. Dafür wären rund 400 zusätzliche U3-Plätze nötig. Wie die Stadt dies noch hinkriegen will, ist eine der großen Fragen, die am Dienstag im Kinder- und Jugendausschuss für spannende Debatten sorgen wird.

(gei)
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