Aachen: Stadt klagt: „Überfütterung von Enten ist ein ständiges Ärgernis“

Aachen: Stadt klagt: „Überfütterung von Enten ist ein ständiges Ärgernis“

„Überfütterung von Enten ist ein ständiges Ärgernis“, meint Klaus Meiners, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Aachen, mit Blick auf Teiche und Gewässer, die auf diese Weise ganz unnötig verschmutzt würden. Doch trotz aller Verbote ist das Füttern von Enten, Tauben und auch Vögeln nach wie vor sehr beliebt.

„Dabei kommen die selbst im Winter ganz gut ohne unsere Hilfe zurecht“, meint Herbert Fleu vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die Winterfütterung sei also kein großer Beitrag zum Naturschutz. Gärten mit heimischen Hölzern und eine naturnahe gestaltete Umwelt sind laut Fleu weitaus wichtigere Bestandteile in Sachen Vogelschutz.

Dennoch kann der Nabu der Vogelfütterung im Winter auch positive Seiten abgewinnen. Sie fördere die Liebe zur Natur und bringe Kindern die heimischen Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln näher. Doch angewiesen auf die menschliche Hilfe sind die laut Nabu nicht.

Wer auf das Füttern nicht verzichten will, der sollte keine vorgefertigten Meisenknödel, sondern Mischungen aus Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Nüssen und Apfelstücken anbieten. Wer mit seinen Kindern Futterhäuschen und Knödel selbst herstellen will, findet entsprechende Anleitungen auf den Web-Seiten des Nabu (www.NABU.de).

Ganz anders sieht es bei Enten und Tauben aus. Laut Aachener Straßensatzung ist das Füttern von verwilderten Haustauben und Wasservögeln und Fischen verboten und kann mit eine Geldbuße bis zu 500 Euro, bei Vorsatz 1000 Euro, geahndet werden. „Leider sind wir nicht in der Lage, das vernünftig zu kontrollieren“, räumt Meiners ein. Er appelliert deshalb an den gesunden Menschenverstand der Bürger und fordert zur Zivilcourage auf, um andere auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

Gerade die Wasservögel regulieren ihren Bestand auf ganz natürliche Weise, sagen die Fachleute. Fütterung führe zur Überpopulation und Verschmutzung der Gewässer. Mit Schildern wie „Entenbrot macht Enten tot“ versucht die Stadt die Bürger am Füttern zu hindern. An vielen Stellen seien die Hinweistafeln aber mutwillig entfernt worden, sagt Gabriele Schütz-Lembach vom Fachbereich Umwelt. Der Drang, Enten und Tauben entgegen aller Vernunft zu füttern, scheine tief verwurzelt.

Dass nun ein Unbekannter sogar Tipps zur „sachgemäßen Fütterung“ der Tiere in einen Flyer der Stadt, der das Gegenteil propagiert, geschmuggelt hat, ärgert sie ganz besonders. „Natürlich haben wir unsere Meinung nicht geändert“, sagt sie. „Bitte nicht füttern“ ist nach wie vor die Ansage der Stadt mit Blick auf Tauben und Enten. Bei den Wasservögeln hat das Füttern demnach gleich eine ganze Reihe von negativen Folgen: Die Tiere werden krank und träge, außerdem vermehren sie sich zu stark. Die Wasserqualität wird schlechter und die Teiche müssen unter großem Kostenaufwand entschlammt werden.

Und auch Tauben verhungern nicht, auch wenn sie nicht gefüttert werden, so der Flyer. Wer sich für die Tiere einsetzen will, der kann das tun, indem er hilft, einen der offiziellen Taubenschläge der Stadt zu betreuen. Infos dazu gibt es beim Nabu unter Telefon 0172/2411093.

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