Aachen: Stadt ist überzeugt, die Umweltzone verhindern zu können

Aachen : Stadt ist überzeugt, die Umweltzone verhindern zu können

Aachens Stadtverwaltung ist weiterhin davon überzeugt, die geplante Umweltzone noch verhindern zu können. „Es gibt bessere Maßnahmen“, betonte einmal mehr Elmar Wiezorek, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, am Donnerstag im Mobilitätsausschuss. Die Umweltzone sei „unverhältnismäßig“, erklärte er. Er bezweifelt daher, dass sie rechtlich durchsetzbar ist.

Wiezorek erklärte weiter, dass man alleine an den beiden hochproblematischen Straßen Adalbertsteinweg und Wilhelmstraße Maßnahmen ergreifen könne, die die Wirkung der gesamten Umweltzone übersteigen könnten. Näher äußern wollte er sich dazu noch nicht, da noch Absprachen mit Partnern erfolgen müssten. Details wolle man aber bis Mitte April vorlegen.

Derweil kündigt die Bezirksregierung Köln an, den Entwurf des neuen Luftreinhalteplans ab Montag zu veröffentlichen und zur Diskussion freizugeben. Bis Donnerstag, 23. April, haben die Bürger dann Zeit, Kritik zu äußern oder Anregungen zu geben.

Der Entwurf kann im Internet unter www.aachen.de oder www.bezreg-koeln.nrw.de abgerufen oder im Verwaltungsgebäude Marschiertor, Lagerhausstraße 20, sowie bei der Bezirksregierung, Robert-Schumann-Straße 51, eingesehen werden.

Als wichtigste Neuerung ist angesichts anhaltend schlechter Luftwerte bekanntlich für Dezember die Einführung einer grünen Umweltzone ab Außenring vorgesehen. Dass die Schadstoffbelastung damit tatsächlich wirkungsvoll bekämpft werden könnte, wird von der Stadt stark bezweifelt. Die Wirkung werde „deutlich überschätzt“, ist Wiezorek überzeugt.

Teils sei die Umweltzone sogar kontraproduktiv, da viele Busse und Pkw ohne grüne Plakette vermutlich nicht — wie angenommen — gegen moderne Neufahrzeuge ausgewechselt, sondern nur auf Filtertechnik umgerüstet würden. Insbesondere die gefährlich hohen Stickoxidwerte könnten damit aber nicht gesenkt werden.

Oberstes Ziel müsse es sein, das Mobilitätsverhalten der Menschen nachhaltig zu verändern, betont Wiezorek. Das Auto müsse daher zugunsten von Bussen, Bahnen oder Fahrrädern öfter stehen gelassen werden. Er ist überzeugt, im kommenden Monat ein der Umweltzone mindestens ebenbürtiges Konzept präsentieren zu können.

Wegen der Grenzlage hat Aachen ein besonderes Interesse daran, die Umweltzone zu verhindern, um Besucher aus den Nachbarländern Belgien und Niederlande nicht abzuschrecken.

Unterdessen werfen Umweltverbände der Stadt vor, über einen langen Zeitraum hinweg zu wenig für die Luftreinhaltung getan zu haben. Auch jetzt noch werde zu wenig in saubere Busse investiert und für die Förderung des Radverkehrs getan.

(gei)