Aachen: Stadt hält mit aller Kraft am Musikbunker fest

Aachen : Stadt hält mit aller Kraft am Musikbunker fest

Einhellig haben die städtischen Planungspolitiker in ihrer Sitzung am Donnerstag bekräftigt, den Musikbunker an der Burg Frankenberg ankaufen und als Veranstaltungsort erhalten zu wollen. Dieses Signal soll nun endgültig auch das Landesbauministerium bewegen, die nötigen Fördermittel bereitzustellen.

Die unsichere Zukunft des Musikbunkers bewegt die Aachener auch schon einige Jahre, doch nun soll ein weiterer Schritt gemacht werden, den für die Musikszene wichtigen Veranstaltungs- und Probenort zu erhalten. Rund 1000 Musiker nutzen die Räume hinter den meterdicken Mauern, zudem gehen dort jährlich bis zu 400 Veranstaltungen über die Bühne. Angesichts des Clubsterbens und des geringer werdenden Musikangebots in der Stadt soll zumindest der Musikbunker gerettet werden.

Klar ist allerdings, dass sich der bisherige Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), von dem Koloss trennen will. Der Musikbunker-Verein will den Bau ankaufen, was allerdings ohne öffentliche Unterstützung kaum zu stemmen ist.

Doch daran hakte es zunächst, denn das Düsseldorfer Bauministerium hatte anfangs signalisiert, keine Fördermittel bereitstellen zu wollen. Ein Vorstoß der Aachener Landtagsabgeordneten konnte den zuständigen Minister Michael Groschek zwischenzeitlich zum Umdenken bewegen. Die geplanten Investitionen von knapp unter zwei Millionen Euro könnten demnach mit bis zu 80 Prozent vom Land gefördert werden.

Zuvor muss allerdings auch noch ein weiteres Hindernis überwunden werden. Denn bekanntlich ist eine Klage einer Nachbarin gegen nächtliche Lärmbelästigungen nach Veranstaltungsende anhängig. Eine Entscheidung durch das Verwaltungsgericht wird für Ende Oktober erwartet. Und bis dahin will die Stadt dem Gericht in Form einer Schallschutzmauer eine passable Lösung für den Anwohnerschutz präsentieren.

Etwa drei Meter hoch soll sie werden und direkt am Eingang Rehmannstraße an den Bunker gesetzt werden. Von dort führt sie den Plänen zufolge weiter in Richtung Park, um eben auch die Besucher durch den Park zu leiten. Für die Anwohner entlang der Rehmann­straße soll somit mehr Ruhe einkehren.

„Eile ist geboten,“ weiß auch Klaus Meiners vom Umweltamt, das für den Lärmschutz zuständig ist. Doch neben ihm gibt es noch viele weitere Beteiligte aus anderen Behörden, die mit dem Musikbunker befasst sind. So ist wegen der langwierigen Abstimmungsprozesse weder klar, wann die Schallschutzmauer errichtet wird, noch, wann der Verkauf des Bunkers endlich abgewickelt werden und der Umbau beginnen kann.

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