Stadt Aachen würdigt verdiente Vereinsvertreter

Verleihung des Ehrenamtspreises : Beispiele für bürgerschaftliches Engagement

Der Stolz, Teil eines Ganzen zu sein, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Verantwortung zu übernehmen und sie dort abzuholen, wo ihre Interessen und auch Schwierigkeiten liegen: Das sind laut Oliver Jentschke, Geschäftsführer DJK Westwacht 08 Aachen, wichtige Punkte, um Vereinsarbeit und Ehrenamt auch für junge Menschen attraktiv zu machen.

Der Ehrenamtspreis der Stadt Aachen lenkt seit Jahren schon das Augenmerk auf all jene, die sich durch ihr Engagement ganz besonders hervorgetan haben. Im Rahmen des städtischen Neujahrsempfangs wurden in diesem Jahr zwei Vereine in den Mittelpunkt gerückt, die vielen Menschen in besonders schweren Zeiten Unterstützung bieten.

Ausgezeichnet wurde als Einzelperson Volker Pöhlsen, Initiator des Vereins „Bunter Kreis Aachen“. „Volker Pöhlsen ist ein Hanseat“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp gleich zu Beginn seiner Laudatio und beschrieb den Preisträger weiter als „nordisch nobel und im besten Sinne bescheiden“. Mit dem „Bunten Kreis“ wollte Pöhlsen dafür sorgen, dass Familien die notwendige Unterstützung erhalten, wenn ein Kind schwer erkrankt und stationär behandelt werden muss.

Vor allem die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt gestaltet sich für viele Familie dabei offensichtlich schwierig. Hier setzt der „Bunte Kreis“ an und unterstützt sie in allen wichtigen Lebensfragen. Dabei werden auch die Geschwisterkinder in den Blick genommen, „denn sie geraten oft in eine Art Schattendasein“, so Philipp. „Über 140 Familien wurden im vergangenen Jahr vom ‚Bunten Kreis‘ betreut“, fügte er noch hinzu.

Pöhlsen hat den ihn 2001 ins Leben gerufen und über die Jahre immer weiter entwickelt. Und dafür gebührt ihm laut Laudator Philipp höchstes Lob.

Beispiel für tolles Engagement: Volker Pöhlsen (Mitte) vom Bunten Kreis wurde auf Vorschlag von Dr. Gerd Nohl (rechts) von OB Marcel Philipp geehrt. Foto: Andreas Herrmann

Mukoviszidose ist eine Erkrankung, die zwar bis heute unheilbar ist, die aber den Betroffenen durch den medizinischen Fortschritt und die verbesserten Lebensbedingungen heute eine Lebenserwartung von 40 Jahren bietet. „Früher waren es nur 15 Jahre“, führte Philipp aus. Im Verein „Mukoviszidose Aachen“ sind 150 Patienten und ihre Angehörigen organisiert. „Viele Bürgerinnen und Bürger bewundern Ihr Engagement im Sinne und zum Wohle der Menschen und Familien, die von der leider immer noch unheilbaren Krankheit betroffen sind“, betonte Philipp.

Wie wichtig der Verein gerade für die Betroffenen ist, unterstrich auch Vereinsmitglied Andreas Schröder ganz besonders. „Die Mukoviszidose ist eine sehr teure Krankheit“, sagte er weiter, und entsprechend seien Spenden immer willkommen.

Der festliche Rahmen der Preisverleihung im Krönungssaal macht den Abend offensichtlich für Vereine und Ehrenamtler jedes Jahr aufs Neue zu etwas ganz Besonderem. Der Chor „cantoAmore“ trug zudem dazu bei, dass die Preisverleihung auch musikalisch zu einem Fest wurde.

In seiner Neujahrsansprache zu Beginn des Abends hatte der OB unter anderem die großen Herausforderungen für das neue Jahr genannt. Dazu zählt die Gestaltung der Innenstadt. Philipp wünschte sich dabei insgesamt kürzere Diskussionsphasen und schnellere Entscheidungen. Außerdem plädierte er für „weniger Empörung und mehr aufmerksames Zuhören“ bei öffentlichen Diskussionen. Die Neugestaltung von Büchel und Bushof versteht er als große Herausforderung. Das Areal um den Bushof könne ein attraktives Tor zur Innenstadt werden. „Wir brauchen aber den Mut, uns klare Ziele zu setzen“, sagt er mit Blick auf die Neugestaltung. „Dabei scheitern wir schon bei der Beantwortung der Frage, ob die Klangbrücke abgerissen werden soll oder nicht“, fuhr er fort.

Mehr von Aachener Nachrichten