Stadt Aachen wirbt für funktionierende Beleuchtung am Fahrrad

Mehr Verkehrssicherheit auf dem Rad : Kampf gegen „Blindfische“ auf zwei Rädern

„Sei kein Blindfisch: FahrRad in Aachen, aber Helle“: Mit dieser Aktion wirbt die Stadt Aachen in diesem Herbst wieder für mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer durch funktionierende Beleuchtung und reflektierende Kleidung.

Es dauerte keine Minute, da sind Stephanie Küpper und ihrem Team gleich drei Verkehrssünder begegnet. Allesamt waren sie mit ihrem Fahrrad unterwegs und missachteten nicht etwa Ampelschaltungen oder Verkehrszeichen, vielmehr waren sie selbst kaum sichtbar.

Dass das gerade in der aktuellen Jahreszeit gefährlich ist, betonte Küpper, Projektleiterin der städtischen Kampagne „FahrRad in Aachen“ eindringlich: „Die dunklen Monate haben begonnen und man merkt, dass das Licht am Fahrrad nicht funktioniert, hat aber keine Zeit es reparieren zu lassen. Wer allerdings auf dem Rad als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden möchte, braucht ein funktionierendes Licht am Fahrrad.“ Aus diesem Grund standen Küpper und ihr Team im Rahmen der Aktion „Sei kein Blindfisch: FahrRad in Aachen, aber Helle!“ an verschiedenen Standorten in der Innenstadt und machten Verkehrsteilnehmer auf fehlendes oder kaum sichtbares Licht aufmerksam.

Die Aktion fand zum zweiten Mal statt. „Wenn es so früh dunkel wird, passieren oft Unfälle, die vermeidbar gewesen wären, wenn das Fahrrad ausreichend beleuchtet gewesen wäre“, sagte Küpper. Ziel war es deshalb, die Radler zu sensibilisieren darauf zu achten, dass ihre Lichtanlage funktioniert. Im Gepäck hatten die Akteure leuchtende Westen, Aufkleber sowie ebenfalls leuchtende Arm- und Beinbinden. Dadurch konnten zumindest einige Radler etwas sicherer ihren Weg fortsetzen.

300 verletzte Radfahrer

Knapp 40 Prozent der Radfahrer sind bei Dunkelheit mit mangelhafter oder ohne Beleuchtung unterwegs. Bei den polizeilich aufgenommenen Unfällen mit Radfahrern liegt die Zahl der Verletzten seit einigen Jahren bei rund 300. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass Fahrräder mit einer funktionierenden Lichtanlage ausgestattet sein müssen, das schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vor. Wer also ohne vorschriftsmäßige Beleuchtung unterwegs ist, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch, dass er im Dunkeln im Straßenverkehr übersehen wird.

„Dass das Fahren ohne Licht verboten ist, weiß jeder. Wir arbeiten deshalb nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern versuchen mit unkonventionellen Methoden Aufmerksamkeit zu bekommen. Humor bringt hier mehr als der Hinweis auf Paragraphen“, resümierte Küpper. Und so gab es für den ein oder anderen bestens ausgerüsteten und damit gut sichtbaren Radler auch einen kleinen Schokonikolaus zur Belohnung.

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