Aachen: Stadt Aachen will künftig besser über Baumarbeiten informieren

Aachen: Stadt Aachen will künftig besser über Baumarbeiten informieren

Klammheimlich Bäume fällen geht sowieso kaum: Krach machen zuerst die Kettensägen, später nicht selten Bürger, die sich nach Ansicht der Linken-Fraktion „oft überrumpelt“ fühlten. Über anstehende Baumarbeiten sollte die Stadt besser informieren, hat die Linke deshalb per Ratsantrag gefordert. Die Verwaltung gelobt Besserung.

Von „Optimierungspotenzial“ sprach Beigeordneter Markus Kremer am Dienstag im Stadtbetriebsausschuss. „Es kann nicht sein, dass in größerem Umfang Bäume gefällt werden, und die Anwohner und die Presse darüber nicht informiert sind“, sagte Kremer, der sowohl für den Bereich Umwelt als auch für den Stadtbetrieb zuständig ist. Die Linke hatte in ihrem Ratsantrag beklagt, dass bisher nur Halteverbotsschilder mit dem Zusatz „Wegen Baumarbeiten“ auf anstehende Einsätze der Kettensägen hinweisen würden.

Das Meiste fällt gar nicht auf

Ganz so wortkarg sei die Praxis nicht, erklärt der Stadtbetrieb in einer Stellungnahme. „Sofern Maßnahmen nicht innerhalb von wenigen Tagen oder umgehend erfolgen müssen, werden diese schon heute per Pressemitteilung veröffentlicht“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Dennoch geschieht vieles unter dem Radar, weil es auch um viel Holz geht: Etwa 100.000 Bäume hat der Stadtbetrieb zu hegen und zu pflegen, bis zu sieben Teams arbeiten täglich rund 100 Einzelaufträge ab. Bei „fachlicher Ausführung“ würden 95 Prozent der regulären Baumpflegearbeiten „selbst dem kundigen Betrachter kaum auffallen“, heißt es in der Stellungnahme.

Doch auch über auffälligere Abholzungen wird nicht immer vorab informiert. Neben Ad-hoc-Meldungen der drei internen Baumkontrolleure, die etwa die Verkehrssicherheit prüfen, würden auch Bürgerbeschwerden, Hinweise aus Politik und Verwaltung und nicht zuletzt Wetterereignisse die Arbeitsplanung umkrempeln, erklärt der Stadtbetrieb. Den Wunsch der Linken zu erfüllen sei deshalb mit erhöhtem Verwaltungsaufwand verbunden, zumal im Ratsantrag Informationen über Ort, Zeitraum, Art und Grund der Arbeiten bei allen Bäumen in öffentlichem Raum und auch jenen auf Privaten Grundstücken, die das Erscheinungsbild mitprägen.

„Außerhalb des unmittelbaren Zugriffsbereichs der Stadt“ sei das wohl nicht umsetzbar, heißt es in der Vorlage, es scheitere am Datenschutz und an der aufwendigen Recherche. Dennoch will die Verwaltung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit auch hier tun, was sie kann, wenn sie von anstehenden Maßnahmen auf privaten Grundstücken weiß.

Schwierig sei das beim Landesbetrieb Straßen NRW als Straßenbaulastträger. Mit ihm will der Stadtbetrieb Gespräche führen, um Informationen über Baumarbeiten an freien Strecken entlang von Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen besser zugänglich zu machen.

„Sinnvoll und umsetzbar“

Im eigenen Zuständigkeitsbereich will die Stadt die „wesentlichen Eingriffe mit deutlich sichtbaren Auswirkungen am Baumbestand wie Fällungen, Kronensicherungsschnitte oder Kroneneinkürzungen“ veröffentlichen. Dabei könne auch über den Grund der Arbeiten wie etwa Pilzbefall informiert werden. Außer Pressemitteilungen hält die Verwaltung Meldungen auf der Homepage der Stadt für „sinnvoll und umsetzbar“.

Nicht nur schlechte Nachrichten will die Verwaltung verbreiten, auch Baumpflanzungen sollten aus ihrer Sicht veröffentlicht werden.