Stadt Aachen versiegelt ihre Parkautomaten über Silvester

Schutz vor Silvesterböllern : Wegen Vandalismus gilt Parkscheibe statt Parkschein

Über die Feiertage versiegelt die Stadt Aachen alle Parkautomaten in der Innenstadt. Nicht, um den Autofahrern die Parkgebühren zu schenken, sondern um die teuren Geräte vor Vandalismus zu schützen.

Wer rund um die Weihnachtsfeiertage und bis ins neue Jahr hinein in der Aachener Innenstadt einen Parkplatz sucht, muss sich zumindest um eine Sache keine Gedanken machen: Kleingeld für den Parkscheinautomat. Die Stadt lässt ab Freitag, 21. Dezember, 100 Automaten in der Innenstadt bis ins neue Jahr hinein nicht nur auszuschalten, sondern auch versiegeln. Das ist eine Schutzmaßnahme gegen Vandalismus.

„Wir haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass die Parkscheinautomaten in der Silvesternacht immer wieder Ziel von Vandalismus sind“, sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage unserer Zeitung. Allein im vergangenen Jahr habe die Stadt Schäden in Höhe von rund 14.000 Euro beseitigen müssen. Konkret geht es darum, dass Unbekannte offenbar Silvesterkracher in die Fächer der Automaten stecken, wo normalerweise die Tickets ausgeworfen werden. „Die Kracher können zwar die Automaten nicht zerstören“, erklärt Harald Beckers, doch durch die Explosion werden Partikel freigesetzt, die sich im Inneren der Maschine verteilen und Platinen beschädigen. Die Auswirkungen der Silvesternacht würden teilweise erst Monate später entdeckt, wenn einer der Automaten den Geist aufgibt. Darum hat die Stadt sich nun dazu entschlossen, die Apparate während der Feiertage zu versiegeln. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung das Versiegeln bei einigen Automaten getestet, nun wird es flächendeckend in der Innenstadt angewandt.

Kontrolliert wird trotzdem

Kleingeld müssen die Autofahrer dort, wo die Automaten außer Betrieb sind, nicht dabei haben. Sehrwohl aber ihre Parkscheibe: „In den Parkzonen wird weiter durch Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrolliert“, sagt Harald Beckers. Das bedeutet: Ein Autofahrer muss nachsehen, ob ein Parkscheinautomat in der Nähe seines geparkten Autos in Betrieb ist. Ist das nicht der Fall, muss er zwar keine Parkgebühren zahlen, wohl aber eine Parkscheibe ins Auto legen. Die maximale Parkdauer von zwei Stunden gilt weiterhin.

Insgesamt gibt zurzeit 460 Parkscheinautomaten in Aachen. 55 davon stehen in den zukünftigen Bewohnerparkzonen Burtscheid (BU) 2 und 3, sind aber noch nicht in Betrieb. Dort müssen die Automaten noch beklebt, beschriftet und auch programmiert werden. Nicht alle Bewohner sind begeistert von den Automaten in der Nachbarschaft, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die Automaten seien aber notwendig, damit diejenigen, die keine Anwohner sind, die entsprechenden Parkgebühren zahlen können.

Neue Gebühren erst im neuen Jahr

Apropos Parkgebühren: Auf sich warten lassen auch noch die höheren Gebühren für das Parken am Straßenrand. Künftig werden für maximal eine Stunde Parkzeit am Straßenrand 2,40 Euro fällig. Das hatte der Stadtrat im September dieses Jahres beschlossen. „Die neue Gebührenordnung soll Anfang des kommenden Jahres umgesetzt werden“, sagt Harald Beckers auf Nachfrage. Das könne allerdings noch einige Wochen dauern, weil für die neuen Gebühren alle Automaten entsprechend neu programmiert, neu beschildert und neu beklebt werden müssten. Ziel der neuen, höheren Gebühren ist es, die Autofahrer weg vom Straßenrand und rein in die Aachener Parkhäuser zu bewegen – und so den Parksuchverkehr einzudämmen, damit die Luft besser wird.

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