Stadt Aachen sucht neuen Bau- und Planungsdezernenten

Stadtverwaltung : Nachfolger für Baudezernent Werner Wingenfeld gesucht

Aachens schwarz-rote Ratsmehrheit bereitet die Suche nach einem Nachfolger für den noch amtierenden Bau- und Planungsdezernenten Werner Wingenfeld vor. Aus gesundheitlichen Gründen wird der 65-Jährige zum 15. Dezember vorzeitig aus seinem Posten ausscheiden. In der Politik geht man davon aus, dass die wichtige Position nicht vor Sommer nächsten Jahres neu besetzt werden kann.

Wingenfeld war im April 2015 als Nachfolger von Gisela Nacken zum neuen Bau- und Planungsdezernenten der Stadt Aachen mit der üblichen Amtszeit von acht Jahren gewählt worden. Aus gesundheitlichen Gründen hat er sich nun jedoch für einen vorzeitigen Abschied entschieden. Auf Wunsch von Wingenfeld hat der Oberbürgermeister darüber bereits am vergangenen Mittwoch den Rat informiert.

Insbesondere die Mehrheitsfraktionen CDU und SPD wollen nun zügig einen Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin finden, da mit dem Dezernat wesentliche Projekte für die Weiterentwicklung der Stadt verbunden sind. Dazu zählt nicht zuletzt die geplante Umgestaltung des Altstadtquartiers Büchel, die Wingenfeld schon bei seinem Amtsantritt zum Schwerpunktthema erklärt hatte, ohne sie bislang jedoch wirkungsvoll voranbringen zu können. Dazu zählen aber auch die geplante Umnutzung des Bushofs oder die Entwicklung des Baugebiets Richtericher Dell sowie des hochschulnahen Campus West.

Die beiden Fraktionschefs Harald Baal (CDU) und Michael Servos (SPD) rechnen nun mit einer deutlichen Verlangsamung der Verwaltungsarbeit. Das sei hart und bedauerlich für die Stadt, fürchten sie, betonen aber zugleich, Verständnis für Wingenfelds Entscheidung zu haben. Zwar hat Wingenfeld mit dem Dezernenten Manfred Sicking einen offiziellen Vertreter, doch der gilt mit seiner Zuständigkeit für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen durchaus als ausgelastet. Eher wird es nun von den jeweiligen Amtsleitern abhängen, wie die Projekte vorangebracht werden können.

Schnelligkeit ist bei der Suche nach einer Nachfolge jedenfalls relativ. Zunächst muss sich die Politik auf einen Ausschreibungstext einigen, dann folgt ein mehrmonatiges Auswahlverfahren bis eine Verständigung auf einen geeigneten Kandidaten erfolgt. Und auch dann dauert es wegen der Kündigungsfristen meist noch mehrere Monate, bis der Wunschkandidat tatsächlich seinen neuen Posten in Aachen antreten kann. Baal und Servos rechnen daher damit, dass das Dezernat erst kurz vor der Sommerpause nächsten Jahres wieder besetzt sein wird.