St. Donatus Aachen-Brand: Bistum sucht Nachfolger für Pfarrer Freyaldenhoven

Nachfolge von Ralf Freyaldenhoven : Die schwierige Suche nach dem neuen Pfarrer für St. Donatus

Das Generalvikariat des Bistums Aachen hat mit der Sondierung der Nachfolgeregelung für Pfarrer Ralf Freyaldenhoven in St. Donatus Brand begonnen. Er wird zum 1. Dezember im Alter von 66 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt scheiden. Für das Bistum ist das aus mehreren Gründen keine leichte Aufgabe.

„Die Personalabteilung ist in der Findungsphase“, sagt Stefan Wieland, Sprecher des Bistums Aachen. Dabei muss die Abteilung innerhalb des Bistums einen Nachfolger finden. Die Probleme dabei finden sich auf mehreren Ebenen: Eine Gemeinde, in der knapp 9000 Katholiken leben, ist keine Aufgabe für einen Anfänger - aber nicht einmal den gäbe es: In nächster Zeit wird im Aachener Dom kein neuer Priester geweiht.

Zudem fällt die Nachfolgeregelung in eine Zeit des Umbruchs: Der bistumsweite Gesprächs- und Veränderungsprozess „Heute bei dir“ soll nach bisherigen Planungen 2021 beendet sein. Wie die Strukturen im Bistum danach aussehen, ist völlig offen. Möglicherweise wird ein heute gefundener Nachfolger also nur eine Übergangslösung sein, weil er in zwei Jahren für ganz neue Aufgaben gebraucht wird.

180 Messdiener

Wer auch immer nach Brand kommt, er findet eine lebendige Gemeinde vor: Die Zahl von 180 Messdienern spricht ebenso Bände wie etwa die täglichen Öffnungszeiten der ehrenamtlich betriebenen Stadtteilbibliothek. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir jemanden mit Leitungserfahrung suchen“, sagt Wieland. Die Auswahl ist entsprechend begrenzt. „Nachbesetzungen stellen uns immer vor Herausforderungen“, sagt der Bistumssprecher. Die Frage sei: „Wer steht überhaupt zur Verfügung, und wann kann dieser jemand die Gemeinde übernehmen?“ Die Sondierungen dazu laufen. Auch ein Gespräch mit dem Regionalvikar Frank Hendricks, und den beiden Pfarrern der Gemeinschaft der Gemeinden in Brand und Forst, der scheidende Freyaldenhoven und Pfarrer Hubert Leuchter, sei vorgesehen. Alle drei würden die Bedingungen vor Ort gut kennen, sagt Wieland. Die GdG Forst/Brand ist die zweitgrößte in der Stadt Aachen nach Aachen-Mitte – und steht im gesamten Bistum gemessen an der Zahl der Katholiken (fast 17.000) auf dem 19. Platz.

Fast 19 Jahre hat Freyaldenhoven St. Donatus geleitet. Eine unheilbare Augenerkrankung hindert ihn daran, seiner seelsorgerischen Tätigkeit in der Brander Gemeinde, weiter nachzukommen. Er stehe dem Bistum aber – so weit seine Gesundheit das zulasse – weiter zur Verfügung: „Es würde meinem Ideal widersprechen, wenn ich nicht helfen würde.“

„Keine Versprechungen“

Einen Zeitplan für den Ablauf der Nachbesetzung gibt es nicht. „Wir bemühen uns, die Stelle zu einem guten Zeitpunkt zu besetzen“, sagt Wieland. Das Generalvikariat ist laut Sprecher „hoffnungsfroh“, dass man eine Nachfolgeregelung findet, aber man mache „keine Versprechungen“. Denn eines ist klar: Angesichts des Nachwuchsmangels im Priesteramt kann am Ende des Neubesetzungs-Prozesses möglicherweise eine andere, kleinere Gemeinde ohne Priester da stehen.

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