Aachen: Sprachturnier der Rotarier: Kommunikative Fähigkeit gefragt

Aachen : Sprachturnier der Rotarier: Kommunikative Fähigkeit gefragt

„Die Anzahl der Teilnehmer war zwar verhaltener, aber die Qualität der Beiträge war in diesem Jahr besonders gut“, sagt Prof. Klaus Bläsius, Rotary-Club Aachen-Land, über das diesjährige Sprachturnier der Rotarier. Über mehre Wochen hatten sich Oberstufenschüler aus Aachen und der Städteregion fit gemacht, um möglichst die beste Rede zu halten.

„Und diesmal kamen dabei sehr unterschiedliche Ansätze heraus“, sagt Bläsius. „Die einen sprachen wie Professoren, andere wie Politiker und wieder andere wie Schauspieler“, erzählt er.

Die Sieger

Am besten haben es nach Meinung der Jury Louisa Meyer, Berufskolleg für Gestaltung und Technik (1. Platz), Paul Bank, Goethe-Gymnasium Stolberg (2. Platz) und Veronica Stockem, St. Leonhard Gymnasium Aachen (3. Platz) gemacht.

Bei der offiziellen Preisverleihung in den Räumen der Lebenshilfe am Hergelsmühlenweg blieb es aber erst einmal spannend. Erst nach den Harfenklängen von Linda Frank, den einführenden Worten von Prof. Thomas Niehr, Rotary Club Aachen-Frankenberg, und dem festlichen Büffet wurde das Geheimnis gelüftet. So ist es Tradition.

Zum nunmehr siebten Mal wollten die Rotarier mit ihrem Sprachturnier junge Menschen dazu ermuntern, kommunikative Fähigkeiten zu entwickeln und zu pflegen. Laut Schirmherr Prof. em. Walter Eversheim sind genau diese Fähigkeiten ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg und formen das Sozialverhalten.

Das Sprachturnier wird jedes zweite Jahr neu ausgeschrieben. Die Teilnehmer bewerben sich mit einer vorbereiteten Rede. Die drei besten Reden werden prämiert.

Prof. Thomas Niehr nannte in seiner Ansprache gleich einmal ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Seiner Meinung nach ist Martin Walsers „Rede übers Wegschauen“ ein Musterbeispiel dafür. Die Teilnehmer des Rotary-Sprachturniers hätten ihre Sache alle sehr gut gemacht, sagte er. „Sie sind aus ihrer Komfortzone herausgekommen und haben sich einer großen Herausforderung gestellt.“

Sich einen eigenen Standpunkt zu erarbeiten, sei mehr als das „Liken mit dem Mausklick“, und die Beschäftigung mit Standpunkten erfordere Empathie und Energie, vor allem auch dann, wenn man diese Standpunkte nicht teile. „Komplexe Probleme löst man nicht mir grobschlächtigen Argumenten“, fügte er hinzu.

Die Teilnehmer des Sprachturniers jedenfalls bewiesen Ausdauer und Geduld. Dass es in diesem Jahr nur zehn waren, ist laut Prof. Bläsius vermutlich der verkürzten Gymnasialzeit geschuldet. „Die Schüler haben möglicherweise einfach keine Zeit mehr für komplexe, außerschulische Angebote“, vermutet er.

Thema Jugendsprache

Die Themen für das Turnier waren jedenfalls vielversprechend: Die Schüler konnten zwischen „Populismus — Ausdruck einer verunsicherten Gesellschaft“, „Jugendsprache — gibt es so etwas? “ und „Selbstfahrende Autos, Drohnen, Roboter — Fortschritt und Risiko“ wählen. Sehr viele haben sich laut Bläsius für die Jugendsprache entschieden.

Bei der Erarbeitung ihrer Reden bekamen die Schüler dann auch Unterstützung in einer speziellen „Rede-Werkstatt“. Und im November des vergangenen Jahres mussten sie ihre Reden vor Jury und Publikum halten.

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